Bewertung eines sozialen Ausschlusses aufgrund eines sonderpädagogischen Förderbedarfs mit Schwerpunkt Lernen oder Verhalten durch Lehrpersonen und Lehramtsstudierende

Befunde auf Lehrpersonenebene aus der Intervention "Freundschaften fördern in heterogenen Lerngruppen"

Autor/innen

  • Cécile Tschopp Pädagogische Hochschule Luzern
  • Carmen Barth Universität Konstanz
  • Jeanine Grütter Pädagogische Hochschule Luzern & Universität Konstanz

DOI:

https://doi.org/10.11576/pflb-5735

Schlagworte:

sozialer Ausschluss, Haltung, Inklusion, Freundschaft, Intervention, Verhaltensauffälligkeiten, Lernschwierigkeiten

Abstract

Wie Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) in Schulklassen sozial integriert werden, hängt unter anderem auch davon ab, wie ihre Lehrpersonen im Umgang mit diesen Schüler*innen von der Klasse wahrgenommen werden. Da bisher wenig darüber bekannt ist, wie (angehende) Lehrpersonen auf sozialen Ausschluss von Schüler*innen mit SPF reagieren, fokussiert diese Studie auf Bewertung und emotionale Reaktion bei sozialem Ausschluss. Die Daten von 128 (angehenden) Lehrpersonen zeigten, dass ein hypothetisches Ausschlussszenario eines Kindes mit SPF Schwerpunkt Lernen negativer bewertet wurde und dabei stärkere negative Emotionen antizipiert wurden als bei einem Kind mit SPF Schwerpunkt Verhalten. Die Auswertung der Begründungen für die antizipierten Reaktionen zeigte, dass den Kindern mit SPF Schwerpunkt Verhalten mehr Selbstverschuldung für den Ausschluss zuschrieben wurde als den Kindern mit SPF Schwerpunkt Lernen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Thematik sozialer Ausschluss insbesondere im Bereich Verhalten Aufklärungsarbeit bei den Lehrpersonen benötigt. Zusätzlich zu den oben beschriebenen Fragestellungen wurde das eigens konzipiertes Interventionsprogramm "Freundschaften fördern in heterogenen Lerngruppen" auf Ebene der Lehrpersonen evaluiert. Dabei zeigte sich bei den (angehenden) Lehrpersonen, welche mit ihrer Schul- oder Praktikumsklasse an dem Programm teilnahmen, im Vergleich zu der Kontrollgruppe ein Anstieg des Mitgefühls für das Kind mit SPF. Somit könnten mit spezifischen Interventionen positive Effekte erreicht werden. Implikationen für die Lehrer*innenbildung werden diskutiert.

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Veröffentlicht

2022-11-17