https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/issue/feed PraxisForschungLehrer*innenBildung. Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung. 2023-02-03T18:25:47+00:00 Dr. Gabriele Klewin gabriele.klewin@uni-bielefeld.de Open Journal Systems <p>Die Zeitschrift steht im Paradigma von Forschung <em style="font-size: 13px !important; line-height: 20.8px !important;">und</em> Entwicklung und ist somit ein Ort, an dem Forschungsergebnisse und ihre praktischen Implikationen dargestellt und diskutiert werden. Den Schwerpunkt der Zeitschrift bilden also praxisnahe Beiträge zu lokalen Konzepten, Forschungen und weiteren standortbezogenen Aktivitäten.</p> https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/6204 Diversitätssensible Nachwuchsförderung in der Lehrer*innenbildung 2023-01-08T17:09:30+00:00 Carolin Dempki carolin.dempki@uni-bielefeld.de Sabrina Hermann sabrina.hermann@uni-bielefeld.de <p>Im Beitrag werden entlang der Bielefelder Frühjahrstagung 2022 zentrale Aspekte einer diversitätssensiblen Nachwuchsförderung in der Lehrer*innenbildung entwickelt und Empfehlungen für eine diversitätssensible Ausgestaltung von Forschungswerkstätten als zentralem Element der Nachwuchsförderung gegeben. Der Fokus des Beitrags liegt auf dem „Herzstück“ der Bielefelder Frühjahrstagung – den Forschungswerkstätten. Anhand dieser wird herausgearbeitet, dass ergänzend zu eher klassischen Differenzkategorien wie Geschlecht, Herkunft oder Nationalität in der diversitätssensiblen Förderung des heterogenen wissenschaftlichen Nachwuchses in der Lehrer*innenbildung, der sich zu schul-, unterrichts- oder professionalisierungsbezogenen Themen in einer Fachdidaktik oder den Bildungswissenschaften qualifiziert, auch disziplinäre Heterogenität, paradigmatische Vielfalt und unterschiedliche forschungsmethodische Zugänge berücksichtigt werden müssen.</p> 2023-02-03T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2023 Carolin Dempki, Sabrina Hermann https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/6203 Vielfalt, Varianz und Prototypen 2023-01-08T16:31:08+00:00 Arne Dittmer arne.dittmer@ur.de <p>Diversität ist ein grundlegendes Merkmal biologischer Phänomene. Zudem erhält das Thema Diversität über fächerübergreifende Bildungsinhalte wie Inklusion, Sexualbildung oder eine rassismuskritische und antidiskriminierende Bildungsarbeit Eingang in den Biologieunterricht. Der Beitrag positioniert sich für einen wissenschaftspropädeutisch reflektierten und politischen Biologieunterricht, der sich der ethischen Dimension der Biologie zuwendet, um Schüler*innen für Diversitätsdiskurse zu sensibilisieren. Ein diversitätssensibler Biologieunterricht wird dabei aus der Perspektive und Verantwortung des Faches heraus begründet. Ein Verständnis des Wesens und der Bedeutung der Biologie impliziert sowohl ein Verständnis der Diversität und Individualität biologischer Phänomene als auch eine Reflexion der kulturellen und politischen Kontexte biologischer Forschung und der Verlockungen biologistischer Argumentationen und Ideologien. Aus didaktischer Perspektive werden auch die Herausforderungen einer im Unterrichtsfach Biologie zumeist noch vorherrschenden stoffzentrierten Lehr- und Lernkultur, einer starken Orientierung an prototypischen Darstellungen biologischer Phänomene sowie der häufig generalisierende Blick von Fachdidaktiker*innen auf schulisches Lernen problematisiert. Demgegenüber wird für eine Diskussionskultur argumentiert, die im Rahmen einer naturwissenschaftlich geprägten Fachkultur für eine verständigungsorientierte und fehlerfreundliche Behandlung ethisch sensibler Themen essenziell ist. Der Beitrag betont somit auch die pädagogische Perspektive der Didaktik der Biologie auf Unterricht und Lehrkräftebildung.</p> 2023-02-03T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2023 Arne Dittmer https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/6202 Behinderung als Kategorie – mögliche Wirkungen und Widersprüche in der inklusiven Pädagogik 2023-01-08T15:56:57+00:00 Karsten Exner karsten.exner@uni-bielefeld.de <p>Dieser Beitrag geht der Frage nach, welche Wirkung die Bildung von Kategorien in den Bildungs- und Erziehungswissenschaften auf die Forschung und die Sicht der sogenannten inklusiven Pädagogik zum Thema „Behinderung“ entfaltet. Im Mittelpunkt dieser Erörterung steht die Frage, ob und in welcher Art und Weise der Prozess der Kategorisierung die Richtung der Forschung und gegebenenfalls auch ihre Ergebnisse zu antizipieren vermag. Besondere Beachtung erfährt dabei das Phänomen sogenannter „Kategorisierungsfallen“, die letztlich in prominenter, kontraproduktiver Funktion für die Verhinderung der Erreichung des deklarierten Ziels der Wissenschaftsdisziplin – Inklusion „Behinderter“ – als mitverantwortlich identifiziert werden können. Der Beitrag vollzieht anhand der Klärung grundlegender Funktionen von Kategorien den Prozess und die Wirkung der Übernahme des Behinderungsbegriffs in die (Bildungs-)Wissenschaft nach. Er zeigt die Widersprüche im Rahmen von Diskursen der inklusiven Pädagogik auf, die sich als Folge der wissenschaftlichen Basierung auf problematische Kategorien ergeben, und skizziert eine Perspektive, aus der mögliche Konsequenzen abgeleitet werden können.</p> 2023-02-03T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2023 Karsten Exner https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/6201 „verschieden vielfältig“ – Relevanz von Diversität im Kontext von (Lehrer*innen-)Bildungsforschung 2023-01-08T15:29:56+00:00 Carolin Dempki carolin.dempki@uni-bielefeld.de Miriam Lüken miriam.lueken@uni-bielefeld.de Matthias Wilde matthias.wilde@uni-bielefeld.de <p><em>Vielfalt</em> wahrnehmen, anerkennen und mit ihr umgehen zu können, erfordert gerade im Kontext von Lehrer*innenausbildung, Bildungsforschung und der Förderung des fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Nachwuchses Diversitätssensibilität von allen Beteiligten auf <em>verschiedenen</em> Ebenen. Das Themenheft „<em>verschieden vielfältig</em> – Relevanz von Diversität im Kontext von (Lehrer*innen-)Bildungsforschung“ dokumentiert die Bielefelder Frühjahrstagung 2022, die sich als Nachwuchstagung umfänglich mit dem Phänomen Diversität aus der Perspektive der Lehrer*innenbildung und der Bildungsforschung beschäftigte. Dieses Editorial führt in das Themenheft ein, erläutert seine Entstehung und stellt die einzelnen Beiträge vor. Diese beschäftigen sich mit epistemischen Ungerechtigkeiten in bildungswissenschaftlichen Forschungskontexten, mit der Relevanz von Kategorien in der Bildungsforschung sowie mit dem Umgang mit und der Bedeutung von Diversität in den Fachdidaktiken Englisch und Biologie. Im abschließenden Beitrag wird schließlich entlang der Forschungswerkstätten der Bielefelder Frühjahrstagung eine diversitätssensible Nachwuchsförderung in der Lehrer*innenbildung entfaltet.</p> 2023-02-03T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2023 Carolin Dempki, Miriam Lüken, Matthias Wilde https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/6181 Lernpfade 2022-12-27T10:23:24+00:00 Anke Langner anke.langner@tu-dresden.de <p>Individuelle Entwicklungswege von Schüler*innen im Rahmen von Schule zu begleiten, braucht ein Instrument. Die Lernpfade stellen für den Schulversuch Universitätsschule Dresden ein solches mögliches Instrument dar. Die in den letzten zwei Jahren entwickelten Lernpfade werden in ihrem Konzept vorgestellt hinsichtlich ihrer Funktion, den Lernprozess jedes einzelnen Schülers/jeder einzelnen Schülerin zu dokumentieren, womit das Verstehen von Lern- und Entwicklungsprozessen möglich wird. Dies wiederum bildet die Grundlage für die Gestaltung von Lernumgebungen und für eine anerkennende Feedbackkultur. Kontextualisiert werden diese Funktionen unter Bezugnahme auf die Kulturhistorische Theorie.</p> 2023-01-15T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2023 Anke Langner https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/6102 Digitale Kompetenz von Lehrpersonen für den Medien- und Informatikunterricht in der Schweiz 2022-12-11T09:56:25+00:00 Marina Grgic marina.grgic@phbern.ch <p>In diesem Beitrag wird anhand einer Dokumentenanalyse und einer Expert*innenbefragung auf kantonaler sowie nationaler Ebene untersucht, welche Anforderungen an die Lehrpersonen im Rahmen des neuen Modullehrplans „Medien und Informatik“ (M&amp;I) gestellt werden. Anhand eines entwickelten M&amp;I-Kompetenzmodells konnten die jeweiligen Kompetenzkomponenten und -facetten identifiziert werden. Die Befunde weisen darauf hin, dass v.a. Anforderungen im Bereich der Anwendungskompetenz sowie der Fachdidaktik M&amp;I an die Lehrpersonen gestellt werden. Die Studie gibt Forschenden und Praxispersonen einen vertieften Einblick in die geforderten digitalen Kompetenzen von Lehrpersonen im Rahmen dieser Bildungsreform und ermöglicht einen interkantonalen Dialog zur Professionalisierung von Lehrpersonen.</p> 2023-01-15T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2023 Marina Grgic https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/6087 Zur Erkundung eines Meso-Ortes 2022-12-01T17:22:55+00:00 Sophia Hohmann sophia.hohmann@uni-bielefeld.de Till Neuhaus till.neuhaus@uni-bielefeld.de <p>Raum kann als Element sozialer Ordnung sowie als Instrument von Kontrolle und Macht betrachtet werden. An Schulen finden sich verschiedene Raumbezüge, die zumeist implizit bleiben. Überträgt man dies auf Raucher*innenecken des Schulpersonals, kann dieser Raum mit den daran anschließenden Praktiken als Meso-Ort verstanden werden. Meso-Orte sind Orte, die es eigentlich – bspw. aufgrund von gesetzlichen Vorgaben – nicht geben dürfte, die aber dennoch existieren. Auf Basis einer teilnehmenden Beobachtung werden exemplarisch verräumlichte Praktiken des Meso-Ortes Raucher*innenecke rekonstruiert. So werden sowohl Potenziale von Meso-Orten für die erziehungswissenschaftliche Forschung erarbeitet als auch Ausblicke für weitere Forschungsbedarfe erörtert.</p> 2022-12-13T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Sophia Hohmann, Till Neuhaus https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/6085 Differenzkategorien im Unterricht reflektieren, ohne die Differenz zu reproduzieren …? 2022-11-29T17:28:38+00:00 Lotta König lotta.koenig@uni-bielefeld.de <p>Der Beitrag widmet sich der Frage, wie im Fremdsprachenunterricht Vielfalt sichtbar gemacht werden und trotzdem der Wirkmächtigkeit von binären Kategorien und den damit verbundenen sozialen Ungleichheiten Rechnung getragen werden kann. Auf der Suche nach Antworten wird für einen methodischen Eklektizismus sowohl in den bezugswissenschaftlichen Perspektiven auf den Gegenstand als auch in der Variation der unterrichtsmethodischen Zugangsweisen plädiert. Am Beispiel der Differenzkategorien Gender und Sexualität werden diese verschieden vielfältigen theoretischen Grundlagen hergeleitet, indem die pädagogische und die didaktische Relevanz verschiedener Strömungen der Gender Studies und der Queer Theory aufgezeigt werden. Die daraus gezogenen Implikationen werden für spezifisch fremdsprachendidaktische Anwendungsfelder wie Text- und Gegenstandsauswahl und Methodenvariation erläutert. Schließlich wird an Unterrichtsbeispielen zu Texten über Facebook bis zu Shakespeare gezeigt, wie sich die verschieden vielfältigen Herangehensweisen im Englischunterricht umsetzen lassen.</p> 2023-02-03T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2023 Lotta König https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/6084 Epistemische Ungerechtigkeit in bildungswissenschaftlichen Kontexten 2022-11-29T17:10:12+00:00 Nadja El Kassar nadja.el.kassar@fu-berlin.de <p>In der Erkenntnistheorie ist der Begriff der epistemischen Ungerechtigkeit ein recht neuer Begriff für Phänomene, bei denen Diversität in ungerechten Gesellschaften zu epistemischen Defiziten und epistemischer Benachteiligung von Personen führt. Mit dem Begriff „epistemische Ungerechtigkeiten“ werden dann Zusammenhänge erfasst, in denen nicht alle Personen den gleichen Zugang zu Wissen, Wissensproduktion, Wissenserwerb, Wissensverteilung etc. haben. In diesem Beitrag wende ich die Konzeption epistemischer Ungerechtigkeit auf bildungswissenschaftliche Kontexte an und zeige damit, dass diese Konzeption auch außerhalb der traditionellen philosophischen Debatten theoretisch und gesellschaftlich relevante Einsichten produziert. Dieser Beitrag lädt dazu ein, diese Verbindungen in bildungswissenschaftlichen Kontexten weiter zu reflektieren und für die Bildungswissenschaften produktiv zu machen.</p> 2023-02-03T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2023 Nadja El Kassar https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5984 Interethnische Freundschaftsbeziehungen im schulischen Kontext aus Sicht der Lehrkräfte 2022-11-02T13:44:19+00:00 Margit Stein Margit.Stein@uni-vechta.de Veronika Zimmer veronika.zimmer@iu.org <p>Die Studie „Ethnische Heterogenität in der Erziehung“ untersucht den Zusammenhang zwischen sozialen Milieus, der ethnischen Herkunft, monoethnischen und interethnischen Freundschaftsbeziehungen sowie Einstellungen und Wertorientierungen von Jugendlichen sowie den Einstellungen von Lehrkräften zu (interethnischen) Freundschaften im schulischen Kontext. Insbesondere werden deren Auswirkungen auf ein ethnisch inklusives Lernen und Leben im Schulkontext erfasst. Im Rahmen dieser komplexen Studie, die unterschiedliche Bereiche thematisiert, wird für den vorliegenden Beitrag der Fokus auf die interethnischen Freundschaftsbeziehungen im Schul- und Klassenkontext aus Sicht der Lehrkräfte gesetzt. Das Ziel des Beitrages ist es zu analysieren, durch welche Maßnahmen das Eingehen und die Aufrechterhaltung interethnischer Freundschaften durch Lehrkräfte gefördert werden und aus welchen Gründen der Auf- und Ausbau interethnischer Freundschaften aus Sicht der Lehrkräfte wichtig ist. Um diese Forschungsfragen zu beantworten, wurden qualitative Leitfadeninterviews mit über 100 Lehrkräften mit und ohne Migrationshintergrund aller Schularten geführt und inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Analyse zeigt, dass im schulischen Kontext unterschiedliche Maßnahmen wirksam werden können, um die Förderung interethnischer Freundschaften zu gewährleisten. Bei der Frage zur Bedeutung von interethnischen Freundschaften weisen die Lehrkräfte darauf hin, dass nicht nur ein positiver Effekt für die befreundeten Schüler*innen, sondern – vor dem Hintergrund der Diskussion um die gesellschaftliche Kohäsion – auf die gesamte Gesellschaft erwartet werden kann.</p> 2022-11-17T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Margit Stein, Veronika Zimmer https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5983 Schulisches Wohlbefinden und Freundschaften 2022-11-02T11:49:37+00:00 Veronika Zimmer veronika.zimmer@iu.org Margit Stein Margit.Stein@uni-vechta.de <p>In diesem Beitrag wird auf Basis einer quantitativen Untersuchung an jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zwischen 18 und 24 Jahren (<em>n</em>=1090) das subjektive Befinden in der Schule insbesondere in Abhängigkeit der Freundschaften diskutiert. Eine Besonderheit dieser Untersuchung ist die detaillierte Analyse des Migrationshintergrundes, der im Hinblick auf drei Generationen (selbst zugewandert, selbst in Deutschland geboren, aber Eltern bzw. Großelterngeneration zugewandert) untersucht werden kann. Die einzelnen Gruppen werden für genauere Aussagen zum schulischen Wohlbefinden kombiniert und weitere Untergruppen unter Berücksichtigung des Geschlechts, der Religion, des Herkunftslandes, der identitären Selbstverortung, der eigenen Bildung oder der Bildung der Eltern sowie vor allem mono- und interethnischer Freundschaften betrachtet. Junge Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich in der Schule insgesamt weniger wohl als junge Einheimisch-Deutsche. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass es jedoch eher die subjektive Selbstverortung etwa als Person, die sich stärker einem anderen Land zugehörig fühlt, ist als die tatsächliche Gruppenzugehörigkeit, die das schulische Wohlbefinden beeinflusst. Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist, dass sich das schulische Wohlbefinden bei jungen Migrant*innen signifikant verbessert, wenn sie interethnische Freundschaften mit Personen anderer ethnischer Hintergründe pflegen.</p> 2022-11-17T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Veronika Zimmer, Margit Stein https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5981 Freundschaften und Peerkontakte in der Schule unter Pandemiebedingungen 2022-11-02T11:32:04+00:00 Margit Stein Margit.Stein@uni-vechta.de Veronika Zimmer veronika.zimmer@iu.org <p>Das vorliegende Themenheft richtet den Blick auf die soziale Funktion von Schule als Ort der jugendlichen Vergemeinschaftung. Diese Funktion konnte Schule insbesondere in der Corona-Pandemie nur unzureichend erfüllen. Anstrengungen, Corona-bedingte Defizite durch das Wegbrechen von Schule als Erziehungs- und Bildungsraum beziehungsweise als Lern- und Sozialraum zu kompensieren, fokussieren oftmals einseitig auf das Bemühen, fachliche Defizite auszugleichen. Das Themenheft befasst sich zunächst mit den psychologischen und sozialkognitiven Voraussetzungen für die Aufnahme von Freundschaften und Peerbeziehungen, wie etwa Empathie und Perspektivenübernahme, und damit, welche Werte und Eigenschaften Jugendlichen bei ihren Freund*innen wichtig sind. In einem darauffolgenden Beitrag werden interethnische Peerbeziehungen im Spannungsfeld zwischen Freundschaften und Segregation vorgestellt. Ein weiterer Themenblock befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen (interethnischen und interreligiösen) Freundschaften und Peerkontakten in der Schule und anderen Variablen, nämlich den Lernergebnissen, schulischem Wohlbefinden und prosozialen Einstellungen oder Abgrenzungsbestrebungen. In einer qualitativen Interviewstudie wird der Blick der Lehrkräfte auf (interethnische) Freundschaften und Peerbeziehungen im Schulkontext gerichtet. Die Möglichkeiten der Förderung von Freundschaften und positiven Peerkontakten in der Schule allgemein sowie im Speziellen als Aufgabe des Religionsunterrichts sind die Themen des letzten Blocks.</p> 2022-11-17T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Margit Stein, Veronika Zimmer https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5973 "DigitalPakt Schule 2019 bis 2024" – Analyse der strukturellen Digitalisierung des Bildungssystems in Deutschland 2022-10-27T07:43:05+00:00 Olivia Wohlfart olivia.wohlfart@kit.edu Ingo Wagner ingo.wagner@kit.edu <p>Die digitale Transformation stellt die Bildungslandschaft in Deutschland vor große Herausforderungen. Darauf reagierten bildungspolitische Entscheidungsträger*innen mit der Verwaltungsvereinbarung <em>DigitalPakt Schule 2019 bis 2024</em> zum Auf- und Ausbau digitaler Infrastruktur. In diesem Beitrag werden die Genese und aktuelle Entwicklungen des DigitalPakts auf Basis einer thematischen Inhaltsanalyse von 41 (inter)nationalen bildungspolitischen Dokumenten beschrieben und analysiert. Es zeigt sich, dass die <em>Digitale Agenda</em> der Bundesregierung mit dem Ziel „Zugang und Teilhabe“ den Weg für das Infrastrukturpaket ebnete, welches einen ersten Baustein der Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft darstellen sollte und zugleich einen heftigen Bund-Länder-Streit auslöste. Die Genese des DigitalPakts sowie dessen Zusatzvereinbarungen werden abschließend in Bezug auf bildungspolitische Entscheidungen vor dem Hintergrund der Interdependenzen des politischen, ökonomischen und Bildungssystems diskutiert.</p> 2022-11-14T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Olivia Wohlfart, Ingo Wagner https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5937 Interreligiöse Freundschaften und bekenntnisorientierter Religionsunterricht 2022-10-13T13:10:57+00:00 Eva Stögbauer-Elsner eva.stoegbauer-elsner@ur.de <p>Der Beitrag bilanziert auf Basis religionsdidaktischer Sekundärliteratur (insbesondere zum interreligiösen Lernen) die Frage nach religiös heterogenen Freundschaften, um ausgehend von den Bedingungen eines bekenntnisorientierten Religionsunterrichts – der derzeit in zwölf Bundesländern den Regelfall religiösen Lernens und Lehrens an der öffentlichen Schule bildet – einerseits Potenzial und Fördermöglichkeiten für interreligiöse Freundschaften im Unterricht zu identifizieren (z.B. Prinzip der Personalisierung, interreligiöse Anforderungssituationen), andererseits aber auch Grenzen und Hemmnisse zu markieren und zu bedenken.</p> 2022-11-17T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Eva Stögbauer-Elsner https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5906 Entwicklung fachlicher Hilfenetzwerke unter Peers 2022-09-30T08:50:02+00:00 Lysann Zander lysann.zander@iew.uni-hannover.de Theresa Niemann theresa.niemann@iew.uni-hannover.de Jannika Haase jannika.haase@iew.uni-hannover.de Elisabeth Höhne elisabeth.hoehne@iew.uni-hannover.de <p>Hilfe und Unterstützung von Mitschüler*innen kann bei der Überwindung von fachlichen Schwierigkeiten und damit für die Aufrechterhaltung von Motivation sowie für den Lernerfolg eine bedeutsame Rolle zukommen. Der vorliegende Beitrag untersucht anhand der Daten einer Mikro-Längsschnitterhebung zweier Klassen einer Regelschule, wie sich fachliche Hilfenetzwerke in Mathematik und Deutsch unter Peers von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe entwickeln. Dabei analysieren wir unter anderem, wie die Einbindung einzelner Schüler*innen in diese Netzwerke mit deren Noten und fachlichen Selbstkonzepten zusammenhängt. Da es sich bei Mathematik und Deutsch um geschlechtskonnotierte Fachdomänen handelt, in denen die Einschätzungen eigener Kompetenzen von Mädchen und Jungen von Geschlechterstereotypen und -rollen geprägt sind, beleuchten wir genauer, welche Bedeutung das Geschlecht für die Entstehung von und Einbindung in diese(n) Hilfenetzwerke(n) besitzt. In Übereinstimmung mit existierender Forschung zeigten unsere Ergebnisse zunächst stereotyp-konforme Ausprägungen der fachlichen Selbstkonzepte. Mädchen waren zudem in beiden Fächern besser in Hilfenetzwerke eingebunden, was, insbesondere in Mathematik, nicht vollständig durch ihre Kompetenzen erklärbar war. Insgesamt nahm <em>Homophilie</em>, also die individuelle Bevorzugung gleichgeschlechtlicher Helfer*innen, bei Mädchen und Jungen über die Zeit ab. Jungen wählten bereits mit Beginn der mittleren Adoleszenz im Fach Deutsch Mädchen ebenso häufig als Helferinnen wie Jungen als Helfer. Mädchen wählten hingegen erst im letzten Jahr vor Schulabschluss Jungen als Helfer in Mathematik. Individuelle Freundschaftswahlen waren noch stärker als Hilfewahlen von Homophilie geprägt. Implikationen für Lehrpersonen, vor allem mit Bezug zu ihrer Rolle in der Gestaltung von Hilfebeziehungen unter Schüler*innen, werden diskutiert.</p> 2022-11-17T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Lysann Zander, Theresa Niemann, Jannika Haase, Elisabeth Höhne https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5905 Schulische Förderung von Peerkontakten und sozialem Lernen während und nach der Pandemie 2022-09-30T08:15:45+00:00 Lana Meyer lana.meyer@uni-vechta.de Margit Stein Margit.Stein@uni-vechta.de <p>Im Rahmen des Beitrags wird eruiert, wie Lehrkräfte während der Coronapandemie soziales Lernen in seiner formellen und informellen Ausprägung förderten. Hierzu gehört auch, zu erfassen, ob sie und, wenn ja, wie sie methodisch-didaktisch Peerbeziehungen zwischen den Schüler*innen unterstützten. Hierzu wurden qualitativ-vertiefende Interviews mit Klassenlehrkräften der Sekundarstufe I geführt, die zu ihrer Einschätzung der Wichtigkeit des sozialen Lernens und der Peerbeziehungen im Schulkontext insgesamt sowie zu den wahrgenommenen Veränderungen sozialen Erlebens und Verhaltens der Schüler*innen während des Distanzlernens und nach der Rückkehr in den Präsenzunterricht befragt wurden. Zudem wurde im Rahmen der Studie untersucht, ob und, wenn ja, wie Lehrkräfte didaktisch-methodisch während der Zeit der Pandemie unter den Bedingungen des Szenarios C (Homeschooling) und der anschließenden Rückkehr in den Präsenzunterricht in Szenario A bzw. B (unterschiedlich abgestufte Hygienemaßnahmen) soziales Lernen bei Schüler*innen förderten und Unterstützung boten, um deren freundschaftliche Beziehungen untereinander zu pflegen. Als besonders bedeutsam erwies sich hierbei, einen sozialen Rahmen zu finden, um auch weiterhin die Klasse als sozialen Raum erfahrbar zu machen. Hierzu gehörte etwa, gemeinsam in den Schultag zu starten und diesen auch digital gemeinsam zu beenden. Ebenfalls wurden verschiedene soziale Spiele und Challenges eingesetzt, um jenseits des fachlichen Lernens Impulse zu bieten. Aber auch fachliches Lernen kann als kooperatives Lernen etwa in digitalen Einzelbreakout-Räumen angeboten werden, um die Interaktion in Kleingruppen zu stärken. Die Rolle der strukturellen Möglichkeiten der Schule fließt hierbei ebenfalls ein. Als wie zentral die Schulleitung den sozialen Aspekt wahrnimmt, wirkt stark auf das Vorgehen der Einzellehrkraft zurück.</p> 2022-11-17T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Lana Meyer, Margit Stein https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5894 Eine Taxonomie der Evidenzorientierung im Bildungsbereich – was, wozu, wo und wie? 2022-09-26T15:56:41+00:00 Michael Rochnia rochnia@uni-wuppertal.de Judith Schellenbach-Zell zell@uni-wuppertal.de Jennifer Steckel steckel@uni-wuppertal.de Falk Radisch falk.radisch@uni-rostock.de <p>Die Nutzung von Evidenz ist eine Herausforderung für die Lehrkräftebildung. Studien und konzeptionelle Überlegungen zu diesem Thema zeichnen sich durch unterschiedliche Zugriffe auf Evidenz aus. Im vorliegenden Beitrag werden diese Zugriffe anhand von vier Fragen diskutiert: (1) Was ist Evidenz? (2) Wozu kann diese genutzt werden? (3) Wo ist Evidenz zu finden? (4) Wie kann Evidenz kommuniziert werden? Abschließend schlagen wir eine Taxonomie der Nutzung von Evidenz vor und diskutieren mögliche Implikationen für die Lehrkräftebildung.</p> 2022-10-29T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Michael Rochnia, Judith Schellenbach-Zell, Jennifer Steckel, Falk Radisch https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5893 Veränderung von Forschungskompetenz und Vorstellungen über Wissenschaft von Lehramtsstudierenden durch eigenes Forschungshandeln – evaluative Betrachtung eines Seminarkonzeptes 2022-09-26T10:26:20+00:00 Kris-Stephen Besa kbesa@uni-muenster.de <p>In diesem Kapitel des Themenheftes „Lehrkräfte forschen“ werden die Befunde der Aufsätze des Heftes zusammengeführt und mit Blick auf die Wirksamkeit des Seminarkonzeptes diskutiert. Dies geschieht auch unter Einbezug der studentischen Seminarevaluation sowie unter Berücksichtigung von Forschungsergebnissen zur Entwicklung der selbst eingeschätzten Forschungskompetenz im Seminar. In der Gesamtschau lässt sich festhalten, dass die angestrebten Ziele nur zum Teil erreicht wurden und ein tatsächlicher Zuwachs an forschungsbezogenen Fähigkeiten bei den Studierenden nur bedingt attestiert werden kann. Gründe hierfür werden diskutiert.</p> 2022-11-03T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Kris-Stephen Besa https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5892 Warum sollten sich Lehrpersonen mit Forschung bzw. Evidenzen auseinandersetzen? 2022-09-26T10:11:19+00:00 Johanna Gesang johanna.gesang@qua-lis.nrw.de Jan-Hendrik Hinzke jan-hendrik.hinzke@paedagogik.uni-halle.de <p>In den letzten Jahren wird immer wieder ersichtlich, dass von Lehrpersonen offensichtlich erwartet wird, dass sie sich neben dem Kerngeschäft des Unterrichts auch mit Forschung und Evidenzen auseinandersetzen sollen. Dies zeigt sich nicht zuletzt an Standards für Aus-, Fort- und Weiterbildung von (angehenden) Lehrpersonen, die von Bildungspolitik und -administration formuliert werden. Dahinter steht die Annahme, dass durch die Einbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse in ihre Arbeit gleichzeitig eine Steigerung der Qualität derselben erzielt werden kann. Welche Bedeutung jedoch Lehrpersonen einer solchen Auseinandersetzung mit Forschung und Evidenzen beimessen und welche möglichen Vorteile Lehrpersonen durch eine solche für sich identifizieren können, blieb bislang in weiten Teilen unberücksichtigt. Hier setzt der Beitrag an und versucht, diese Fragen auf der Grundlage des Forschungsstandes zu beantworten.</p> 2022-11-03T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Johanna Gesang, Jan-Hendrik Hinzke https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5891 Forschendes Lernen in der Lehrerausbildung 2022-09-26T09:58:50+00:00 Gabriele Klewin gabriele.klewin@uni-bielefeld.de <p>Vor dem Hintergrund der aktuellen weiten Verbreitung des Forschenden Lernens in der Lehrer*innenausbildung werden zwei grundsätzliche Verortungen sowie die Zielsetzungen Forschenden Lernens vorgestellt. Dies sind zum einen Konzeptionen, die Forschendes Lernen in längerfristige Praxisphasen bzw. Praxissemester einbinden, zum anderen solche, in denen zwar ebenfalls Forschung in der schulischen Praxis durchgeführt wird, die Studierenden jedoch parallel keine eigenen Unterrichtserfahrungen machen.</p> 2022-11-03T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2022 Gabriele Klewin