https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/issue/feed PraxisForschungLehrer*innenBildung. Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung. 2021-11-16T09:29:52+00:00 Dr. Gabriele Klewin gabriele.klewin@uni-bielefeld.de Open Journal Systems <p>Die Zeitschrift steht im Paradigma von Forschung <em style="font-size: 13px !important; line-height: 20.8px !important;">und</em> Entwicklung und ist somit ein Ort, an dem Forschungsergebnisse und ihre praktischen Implikationen dargestellt und diskutiert werden. Den Schwerpunkt der Zeitschrift bilden also praxisnahe Beiträge zu lokalen Konzepten, Forschungen und weiteren standortbezogenen Aktivitäten.</p> https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4926 Zum Stellenwert der Allgemeinen Didaktik in der (aktuellen) Lehrer*innenbildung 2021-11-16T09:29:52+00:00 Kris-Stephen Besa kbesa@uni-muenster.de <p>Die Dauerkrise der Allgemeinen Didaktik führt zu immer neuen Auseinandersetzungen rund um ihren Stellenwert und ihre Zukunftsfähigkeit. Dabei scheint ihr Status als (schul-)pädagogische Leitdisziplin spätestens mit der stärkeren Out-Put-Orientierung des Bildungssystems seit Anfang der 2000er-Jahre verloren. Dennoch beschäftigen sich nach wie vor zahlreiche Personen und Publikationen in – zum Teil stark selbstreferenziellen – Diskursen mit der Allgemeinen Didaktik, wobei neben Reformüberlegungen auch Abgrenzungen zu anderen Disziplinen eine große Rolle spielen. Wenig beachtet ist bislang jedoch der Stellenwert der Allgemeinen Didaktik in der (universitären) Lehrer*innenbildung, was umso mehr erstaunt, bedenkt man, dass durch eine hochschulische Verankerung auch die unterrichtsbezogene Ausrichtung und späteres berufliches Handeln mit beeinflusst werden. Der Beitrag greift diese Überlegungen auf und versucht sich in einer mehrstufigen Beleuchtung der Allgemeinen Didaktik in der aktuellen Lehrer*innenbildung, die sowohl Hochschullehrpersonen als auch curriculare Vorgaben und die Studierendenperspektive umfasst.</p> 2021-12-02T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Kris-Stephen Besa https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4881 Einstellungen von angehenden Lehrer*innen gegenüber (Cyber-)Mobbing und wahrgenommene Interventionskompetenz 2021-11-07T16:25:58+00:00 Christoph Paulus cpaulus@mx.uni-saarland.de <p>Mobbing ist ein großes Problem in der Schule, und der Umgang damit wird in der Lehrer*innenausbildung selten oder gar nicht thematisiert. In dieser Studie befragten wir 103 deutsche Lehramtsanwärter*innen zu ihrer Einstellung gegenüber körperlichen, verbalen, relationalen und Cybermobbing-Situationen. Für jede dieser Situationen wollten wir einschätzen, (a) wie ernst man die Situation nehmen würde (Schweregrad), (b) wie wütend man über die Situation wäre (Ärger), (c) wie mitfühlend man gegenüber dem Opfer wäre (Empathie), (d) wie wahrscheinlich eine Intervention wäre (Intervention) und (e) wie kompetent man sich fühlen würde, in der Situation zu intervenieren (Kompetenz). Alle Arten von Mobbing wurden sehr ernst genommen, wobei verbales Mobbing signifikant weniger ernst genommen wurde als die anderen drei Arten. Cybermobbing und physische Angriffe führten zu größerer Verärgerung als verbales oder relationales Mobbing. Häufigeres Eingreifen wurde für Cyber- und physisches Mobbing berichtet, seltener für relationales und verbales Mobbing. Angehende Lehrer*innen fühlten sich aber in allen Mobbing-Situationen wenig kompetent einzugreifen.</p> 2021-11-25T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Christoph Paulus https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4845 „Ich traue mir zu …“ 2021-10-26T17:51:43+00:00 Melanie Beudels melanie.beudels@uni-wuppertal.de Nadine Schroeder nschroeder@uni-wuppertal.de Angelika Preisfeld apreis@uni-wuppertal.de <p>Viele (zukünftige) Sachunterrichtslehrkräfte haben geringe Selbstwirksamkeitserwartungen und teils auch ein geringes Interesse hinsichtlich des Unterrichtens von naturwissenschaftlichen und technischen Inhalten. Gleichzeitig mangelt es an der Beforschung von universitären Lehrkonzepten, welche versuchen, die Entwicklung dieser motivationalen Orientierungen in Bezug auf <em>mehrere </em>sachunterrichtliche Bezugsfächer <em>parallel</em> positiv zu beeinflussen. Dies ist auch aufgrund des perspektivenvernetzenden Charakters des Faches relevant. Im Beitrag wird daher mithilfe eines quasi-experimentellen Pre-Post-Interventions-Baseline-Gruppen-Designs untersucht, ob sich durch einen Kurs, in dem die Bezugsfächer Biologie, Chemie, Physik und Technik vernetzt vermittelt werden, die Interessen und Selbstwirksamkeitserwartungen von n = 202 Grundschullehramtsstudierenden verändern. Während sich in der Baselinegruppe, die nicht an der Lehrveranstaltung teilnahm, die Selbstwirksamkeitserwartungen nicht signifikant ändern und die Interessen teils abnehmen, ist bei der Interventionsgruppe eine positive Entwicklung – gerade in Bezug auf die Selbstwirksamkeitserwartungen – festzustellen. Es zeigt sich zudem bei der Entwicklung der Sachinteressen ein leichter Vorteil für die Teilnehmenden der Lehrveranstaltung als Blockkursformat im Gegensatz zu jenen, die an einem wöchentlichen Format partizipierten. Keine signifikanten Unterschiede in der Veränderung der motivationalen Orientierungen bestehen hinsichtlich des Studienschwerpunktes. Grundschullehramtsstudierende mit und ohne ‚Naturwissenschaften und Technik‘ als Studienfach profitieren gleichermaßen von der Lehrveranstaltung.</p> 2021-11-06T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Melanie Beudels, Nadine Schroeder, Angelika Preisfeld https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4844 Aktivität von Radionuklidgemischen – Ein Konzept zur Entwicklung eines mathematischen Modells 2021-10-26T17:49:24+00:00 Tobias Allmers tobias.allmers@kgsuhaseluenne.de <p>In diesem Beitrag wird ein Konzept zur schülergerechten Entwicklung eines mathematischen Modells vorgestellt, mit dem die Beschreibung der zeitabhängigen Aktivität eines Gemisches von Radionukliden gelingt. Den notwendigen Zugang liefert eine Simulation, anhand derer die Vorgänge der Kernumwandlung auf der Teilchenebene nachgestellt und mittels Differenzengleichungen modelliert werden können. Die Ergebnisse der numerischen Simulation werden mit experimentellen Daten verglichen. Die vorgestellte Simulation ist darüber hinaus geeignet, fehlerhafte Präkonzepte zu korrigieren und ein tiefergehendes Verständnis der ablaufenden Prozesse zu ermöglichen, die eine vollständige Interpretation von Messergebnissen ermöglicht.</p> 2021-11-08T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Tobias Allmers https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4840 Selbstdeutung, Positionierung & Rollenfindung: Zum Selbst in der universitären Lehrer*innenbildung 2021-10-25T12:02:40+00:00 Eike Wolf eike.wolf@uni-osnabrueck.de Volker Schwier volker.schwier@uni-bielefeld.de Julia Schweitzer julia.schweitzer@uni-bielefeld.de Paul Goerigk paul.goerigk@uni-bielefeld.de Katja Bekemeier studienberatung-akad.ew@uni-bielefeld.de <p>In diesem Editorial werden zunächst der Ausgangspunkt des Themenheftes „Selbstdeutung, Positionierung &amp; Rollenfindung: Zum Selbst in der universitären Lehrer*innenbildung“ in den Diskussionen der Bielefelder Materialwerkstätten und die mit dem Heft verfolgte Idee, Impulse für die Auseinandersetzung mit der Lehrendenrolle zu erhalten, erläutert. Unter Rückgriff auf Mollenhauer erfolgt eine kurze thematische Einführung in die Rollenproblematik von Lehrenden. Nach einem Überblick über die einzelnen Beiträge des Heftes schließt das Editorial mit einem ersten Resümee und dem Ausblick auf weiterführende Diskussionen.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Eike Wolf, Volker Schwier, Julia Schweitzer, Paul Goerigk, Katja Bekemeier https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4802 Zur Selbstdeutung, Rollenfindung und Positionierung von Lehrenden der evangelischen Religionspädagogik an Hochschulen: Eine Matrix 2021-10-12T17:47:29+00:00 Hanna Roose hanna.roose@ruhr-uni-bochum.de <p>Die Disziplin der Religionspädagogik an Hochschulen ist aufgespannt zwischen Theologie und Pädagogik, zwischen Kirche und Schule, zwischen Theorie und Praxis. Diese drei Spannungsfelder lassen sich für die vier Parameter des (kategorialen) „Selbst“ einer*eines Hochschullehrenden der evangelischen Religionspädagogik durchbuchstabieren: Herkunft, Selbstverständnis, Habitus und Wirkungshoffnung. So ergibt sich ein Raster mit zwölf nicht immer trennscharfen Feldern, das diesen Artikel strukturiert. Die gesammelten Eindrücke bilden trotz ihrer Fragmentarität eine Matrix, in der sich jede*r Hochschullehrende der Religionspädagogik mehr oder weniger explizit verortet.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Hanna Roose https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4801 Das Anderssein als Ressource: Habitus und Habitusreflexion in der Lehrer*innenbildung 2021-10-12T17:43:21+00:00 Tobias Jenert tobias.jenert@uni-paderborn.de <p>Lehrer*innen können dazu beitragen, dass bestehende soziale Ungleichheiten verstärkt oder auch abgebaut werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei der sogenannte Habitus der Lehrer*innen und dessen (Nicht-)Passung zur sozialen Herkunft der Schüler*innen. In diesem Text stelle ich die Frage, wie angehende Lehrer*innen im Studium unterstützt werden können, die Bedeutung eigener habitueller Prägungen für das professionelle Handeln als Lehrperson zu reflektieren. Ganz besonders befasse ich mich mit der Rolle der Lehrer*innenbildner*innen bei der Förderung von solchen habitusreflexiven Kompetenzen. Hier spielen das Selbst der Hochschullehrenden und die bildungsbiographischen Erfahrungen, die auf dem Weg in die Hochschule gemacht wurden, eine wichtige Rolle.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Tobias Jenert https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4800 Das selbstpositionierte Selbst in der multiparadigmatischen Lehrer*innenbildung 2021-10-12T17:40:13+00:00 Martin Heinrich martin.heinrich@uni-bielefeld.de <p>Ausgehend von einer Metareflexion über das Darstellungsproblem im Rahmen eines autobiographischen und damit sehr subjektiven Beitrags zur Hochschullehre (Kap. 1) beginnt der Argumentationsgang mit einer bildungstheoretischen Positionierung sowie deren erkenntnistheoretischer und metaphysischer Fundierung (Kap. 2). Im Anschluss erfolgt eine Selbstpositionierung des Autors entlang der Kategorien der „Herkünfte“ (Kap. 3.1), „Selbstverständnisse“ (Kap. 3.2), „Habitustraditionen“ (Kap. 3.3) und „Wirksamkeitshoffnungen“ (Kap. 3.4). Diese mündet in Vorschlägen zur multiparadigmatischen Transzendierung kontrastierender Typenbildungen von Hochschullehrer*innen (Kap. 4). Der Beitrag endet mit einem Plädoyer für Individuierung im Rahmen einer am klassischen Bildungsideal orientierten multiparadigmatischen Lehrer*innenbildung, die unvoreingenommen am Einzelfall gedankenexperimentell die unterschiedlichsten Deutungen von Welt anbietet und dabei die Hochschullehrenden vor ihren Studierenden coram publico zur Selbstpositionierung zwingt.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Martin Heinrich https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4781 Es geht nur im Team 2021-09-29T17:37:37+00:00 Katharina Kalcsics katharina.kalcsics@phbern.ch <p>Sachunterricht ist ein Unterrichtsfach, das sich durch Interdisziplinarität, hohen Lebensweltbezug und ein offenes Curriculum auszeichnet. Im Verständnis der Autorin braucht es in der Lehre die Zusammenarbeit von Expert*innen mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund, um die Breite abdecken zu können. Die Studierenden, die später dieses Fach unterrichten werden, können im Studium Planungskompetenz aufbauen, um aus der Fülle der möglichen Inhalte auswählen zu können und Kompetenzentwicklung im Unterricht zu ermöglichen.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Katharina Kalcsics https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4780 Germanistische Literatur- und Mediendidaktik 2021-09-29T17:33:44+00:00 Petra Josting petra.josting@uni-bielefeld.de <p>Der essayistische Beitrag zur Selbstpositionierung innerhalb der Literatur- und Mediendidaktik basiert auf der Durchsicht der eigenen Fachbibliothek, ist aber auch getragen von vielen Erinnerungen, insbesondere an Begegnungen mit einigen erfahrenen Kolleg<sup>*</sup>innen, die Mentor*innenfunktion hatten. Er zeigt schlaglichtartig die Entwicklung der eigenen Disziplin auf und vor diesem Hintergrund den Weg zur Selbstverortung.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Petra Josting https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4779 Lehren fürs Leben 2021-09-29T17:30:58+00:00 Ulrich Kattmann ulrich.kattmann@uol.de <p>Der Autor reflektiert seine Rolle als Hochschullehrer im Wissenschaftssystem der Universität. Lehren ist Fördern zum Lernen. Die Lehre an Hochschulen steht in einem engen Verhältnis zur Forschung. Durch Lehre wird Forschung öffentlich und kulturell wirksam. Deshalb sollte Lehre an Hochschulen gleichrangig mit – wenn nicht vorrangig zu – Forschung bewertet werden. Lehre betrifft entscheidend die Verantwortung der Wissenschaftler*innen und damit zentral die Wissenschaftsethik. Diesem Verständnis von Forschung und Lehre entspricht das Modell der Didaktischen Rekonstruktion.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Ulrich Kattmann https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4778 Bildungsansprüche und universitäre Angebote 2021-09-29T17:28:12+00:00 Bettina Lindmeier bettina.lindmeier@ifs.uni-hannover.de <p>Der Beitrag beschäftigt sich in essayistischer Form mit der Frage, wie es gelingen kann, eine Positionierung in Bezug auf die eigene Rolle als Lehrende einzunehmen, die bildungs- und berufsbiographisch stimmig ist und es erlaubt, Lehramtsstudierende in der Entwicklung eines forschenden, reflexiven Habitus zu unterstützen.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Bettina Lindmeier https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4777 Zum Theorie- und Empirieanspruch (in) der Auseinandersetzung mit Praxis 2021-09-29T17:25:07+00:00 Petra Herzmann officeherzmann@uni-koeln.de <p>Die im Call erbetene Vergewisserung über mein professionelles Selbst im Kontext der universitären Lehrer*innenbildung nehme ich im Anschluss an strukturtheoretische Bestimmungen pädagogischer Professionalität vor. Diese entwerfen Reflexion als Kernoperation pädagogischen Handelns und die Anbahnung habitusbildender Reflexivität als zentrale Aufgabe der universitären Lehrer*innenbildung. Inwiefern diese Zielbestimmungen (für mich als Lehrer*innenbildnerin) hochschuldidaktisch herausfordernd sind, habe ich mit der Metapher des schmalen Grats kenntlich zu machen versucht. Dieser besteht darin, einem riskanten (Vermittlungs-)Anspruch gerecht zu werden, den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und die diskursive Verhandlung wissenschaftlicher Geltungsansprüche in der Arbeit mit den Studierenden zu den an die universitäre Lehrer*innenbildung gerichteten Erwartungen einer berufspraktischen Relevanz in Beziehung zu setzen. Dass ich bezogen auf die im Call formulierte (und mit der Zusage des Beitrags angenommenen) Aufgabe einer öffentlichen Verhandlung meiner hochschuldidaktischen Positionierung gehadert und mich entgegen des vielleicht erwarteten berufsbiographischen, anekdotischen Zugangs für allgemeinere hochschuldidaktische Überlegungen im Anschluss an den wissenschaftlichen Diskurs zu kasuistischen und forschungsmethodischen Lerngelegenheiten entschieden habe, nehme ich im Ausblick zum Anlass, auf notwendige Forschungen zur universitären Lehrer*innenbildung als Hochschulforschung zu verweisen. Damit ist – wie zu zeigen sein wird – auch eine Selbstverpflichtung benannt.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Petra Herzmann https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4776 Streiten lernen. In der Uni? Stimmen aus dem Seminarraum 2021-09-29T17:21:09+00:00 Markus Rieger-Ladich markus.rieger-ladich@uni-tuebingen.de Milena Feldmann hiwi.ap@uni-tuebingen.de Linnéa Hoffmann hiwi.ap@uni-tuebingen.de <p>Obwohl weithin Übereinstimmung darin besteht, dass die Wissenschaft vom argumentativen Wettstreit lebt, scheinen akademische Kontroversen seit einigen Jahren an Popularität zu verlieren. Das liegt nicht nur an veränderten materiellen Rahmenbedingungen, unter denen an der Universität gelehrt, geforscht und studiert wird, sondern auch an einer gesteigerten Sensibilität für sprachliche Verletzungen. Nicht zuletzt führen bestimmte sprachliche Codes und die Sorge vor gegenseitiger Kränkung zu gestiegenen Erwartungen an Seminarbeiträge der Studierenden. Der folgende Text spürt den Entwicklungen der veränderten Debattenkultur an der Hochschule nach und fragt nach den Ursachen für die Zurückhaltung von Studierenden bei streitbaren Themen und den Folgen einer sich verändernden Streitkultur in der Academia. Das Besondere dabei: Nach einer Einschätzung des Beobachtungsgegenstands aus professoraler Perspektive kommen zwei Studierende eines Tübinger Masterstudiengangs zu Wort. Milena Feldmann und Linnéa Hoffmann kommentieren bzw. ergänzen den Beitrag von Markus Rieger-Ladich aus studentischer Sicht. Dabei wählen sie bei der Suche nach Erklärungen für die Veränderungen des akademischen Betriebs etwas andere Akzente und formulieren die Vermutung, dass es an deutschen Hochschulen um die Debattenkultur möglicherweise gar nicht so schlecht bestellt ist, wie dies immer wieder zu lesen ist.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Markus Rieger-Ladich, Milena Feldmann, Linnéa Hoffmann https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4775 „Lehrerbildner“ – auf der Suche nach einer verlorenen Profession 2021-09-29T17:16:42+00:00 Ewald Terhart ewald.terhart@uni-muenster.de <p>Der spezifische Typus des „Lehrerbildners“ bzw. der „Lehrerbildnerin“ ist eher in der Geschichte der Volksschullehrer*innenbildung und nicht in der Gymnasiallehrer*innenbildung zu verorten. Lehrkräfte als Bildner können konsequenterweise dann nur in „Bildnerhochschulen“ auf ihren Beruf vorbereitet werden. Dieses personalistisch-idealistische Konzept, welches immer auch als schöner Schein über einer dürftigen Wirklichkeit schwebte, trat mit der Modernisierung, Akademisierung und Verwissenschaftlichung von Lehrberuf und Lehrer*innenbildung in den Hintergrund. Verlauf&nbsp; und Probleme dieses Prozesses der Akademisierung werden geschildert; parallel wird der Weg des Verfassers durch das (Diplom-)Studium der Erziehungswissenschaft hindurch und danach als Wissenschaftler bzw. Schulpädagoge in die Erziehungswissenschaft, in die universitäre Lehrerbildung sowie schließlich in die Rolle eines „Experten“ für Lehrerbildung hinein schlaglichtartig beleuchtet. Der ursprüngliche pädagogische Idealismus des „Lehrerbildners“ kann und sollte heute nicht mehr Maßstab sein. Differenzsensible und rassismuskritische Konzepte und Selbstverständnisse sind wichtig, sollten aber nicht zu einer Überdehnung der Möglichkeiten des Lehrberufs führen. Angesichts der komplexen Aufgabe Lehrer*innenbildung sind Realismus und Nüchternheit angebracht. Forschung zum Prozess des Lehrer*in-Werdens, auch: des Lehrerbildner*in-Werdens bleibt die Aufgabe.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Ewald Terhart https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4774 „Probleme lösen und Menschen bilden sind grundverschiedene Aufgaben“ 2021-09-29T17:09:55+00:00 Andreas Hoffmann-Ocon a.hoffmann-ocon@phzh.ch <p>Positionierungen und Selbstdeutungen von Dozierenden in der Lehrpersonenbildung waren in der Vergangenheit sowohl ortsspezifisch geprägt als auch in einen Strom unterschiedlichen pädagogischen Wissens eingebunden. Es stellen sich in einer historischen Spurensuche – mit kurzen Quellensondierungen zu verschiedenen Zeitabschnitten im 20. Jahrhundert zu Positionierungen von Lehrpersonenbildner*innen – vielfältige Fragen im Zusammenhang mit „Normalmodellen“, mit wissenschaftlich-disziplinären Orientierungen, mit der Kritik an der disziplinären Arbeitsteilung in der Wissensproduktion und mit Erziehungsidealen. Das Essay soll auf der Grundlage historisch-konzepthafter Schriften aus dem deutschen und deutschschweizerischen Bildungsraum zur Ausbildung von Lehrpersonen, zum Hochschulunterricht und zur Hochschulreform – irritierend und ordnungsstiftend zugleich – zu einer Diskussion einladen, die sensibel für Paradoxien ist. Der Beitrag soll in einer kulturhistorisch informierten Perspektive den Blick schärfen für ambivalente und paradoxal anmutende Deutungen zur Pluralität in den wissenschaftlichen Perspektiven von Dozierenden und hochschulpolitischen Akteur*innen, die mit der Suche nach „Synthetisierungen“ teilweise auch Nähen zum Antiakademismus aufweisen konnten. Es wird aufgezeigt, unter welchen Voraussetzungen die Rede vom angelsächsischen Erziehungsideal hinsichtlich der Lehrpersonenbildung einer analytischen Unschärfe Vorschub leisten konnte. Vor dem Hintergrund dieser historischen Selbstbefremdung beschließt ein Ausblick auf allfällige Kategorienverwechslungen in der gegenwärtig häufig vorgetragenen Schulpraxiserfordernis von Dozierenden in der Lehrpersonenbildung die Überlegungen.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Andreas Hoffmann-Ocon https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4773 Auf der anderen Seite des Schreibtischs 2021-09-29T17:06:15+00:00 Eike Wolf eike.wolf@uni-osnabrueck.de <p>Der Essay unternimmt den Versuch, Strukturmerkmale zu skizzieren, die für die Rollenfindung als Lehrende*r in der universitären Lehre(r*innenbildung) als relevant erscheinen. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Statusrollenwechsel implizit der Normalform der Erfahrungsreproduktion von Lehrkulturen und -formen des eigenen Studiums folgt. Individuelle Positionierungen lassen sich so als komplexe Realisierungsfiguren in einem Kontinuum denkbarer Herkünfte, Selbstverständnisse, Habitustraditionen und Wirksamkeitshoffnungen beschreiben.</p> 2021-10-27T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Eike Wolf https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4749 Bildungswissenschaftliches Wissen und Kompetenzselbsteinschätzungen unter Berücksichtigung individueller Voraussetzungen 2021-09-21T18:02:04+00:00 Andreas Seifert andreas.seifert@upb.de Carina Caruso ccaruso@mail.uni-paderborn.de <p>Im Zentrum dieses Beitrags stehen Ergebnisse der Messung pädagogischer Kompetenzen Studierender, die das Praxissemester absolviert haben. Das bildungswissenschaftliche Wissen, Kompetenzselbsteinschätzungen sowie die Einschätzung der im Praxissemester erreichten Ziele Studierender werden dabei unter Berücksichtigung ihrer individuellen Voraussetzungen (Ausrichtung des Lehramtsstudiums auf eine Schulform; Geschlecht; Alter; Abitur- und Bachelornote) betrachtet (N = 2 008). Bevor die Hypothesen abgeleitet, die Anlage der Studie sowie die Testinstrumente vorgestellt, die Ergebnisse präsentiert und diskutiert werden, stehen u. a. exemplarische Forschungsbefunde zur schulformspezifischen Professionalisierung sowie Annahmen zur Relevanz von Wissen für Lehrerhandeln im Fokus. Die Ergebnisse zeigen u. a. (1) signifikante Mittelwertsunterschiede in den Studiengängen bezüglich des Geschlechts, des Alters, der Abitur- und Bachelornote, (2) dass das Geschlecht, die Abitur- und Bachelornote signifikante Prädiktoren für das bildungswissenschaftliche Wissen sind, (3) dass sich die Kompetenzselbsteinschätzungen insbesondere in Abhängigkeit der Ausrichtung des Lehramtsstudiums auf eine Schulform unterscheiden und (4) dass die Einschätzung der im Praxissemester erreichten Ziele in Abhängigkeit des Geschlechts differiert.</p> 2021-10-11T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Andreas Seifert, Carina Caruso https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4711 Demokratie stabilisieren und Bürger*innen stärken – zwei Seiten derselben Medaille? 2021-08-24T10:10:32+00:00 Reinhold Hedtke Hedtke@soz.uni-frankfurt.de <p>Der Beitrag diskutiert die politische Repräsentation und Partizipation von Kindern und Jugendlichen und den allgemeinen Zustand der politischen Bildung. Er thematisiert die Spannung zwischen sozialer und politischer Ungleichheit und dem Gleichheitsversprechen der Demokratie und begründet eine Akzentverschiebung hin zu einer interessenpolitischen Bildung für junge Menschen. Der Text unterstreicht die Kritikaufgabe der Wissenschaft, fordert ein Aufgreifen der Kritik der Leute und die Parteinahme der Fachdidaktik für Kinder und Jugendliche. Schließlich plädiert er für das Leitbild der schwierigen, unbequemen und gegenüber ungerechtfertigter Ungleichheit unnachgiebigen Bürger*innen.</p> 2021-08-24T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Reinhold Hedtke https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4710 Bildungsbiografische Grenzgänge in der Sekundarstufe II 2021-08-24T09:53:06+00:00 Christel Herrlich christel.herrlich@uni-bielefeld.de Monika Palowski-Göpfert monika.palowski@uni-bielefeld.de Rica Schöbel rica.schoebel@uni-bielefeld.de Annett Walbe annett.walbe@uni-bielefeld.de <p>In diesem Beitrag legt die Forschungsgruppe „Bildungs-biografische Grenzgänge in der Sekundarstufe II“ ihren Abschlussbericht über das gleichnamige Forschungs- und Entwicklungsprojekt vor, das zwischen 2012 und 2020 in Kooperation von Versuchsschule und Wissenschaftlicher Einrichtung Oberstufen-Kolleg durchgeführt wurde. Im Zentrum stehen gefährdete, „schwierige“ und scheiternde Bildungsbiografien in der Oberstufe, die mit quantitativen und qualitativen Methoden im Längsschnitt untersucht wurden. Die Ergebnisse sind vielfältig und deuten in ihrer Gesamtheit vor allem darauf hin, dass Rückstufungen und Abbrüche in der Oberstufe in nahezu allen Fällen auf eine Kombination schulischer und außerschulischer Ursachen zurückzuführen sind. Im Fazit ziehen wir erste Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Beratung in der Oberstufe und geben einen Ausblick auf die Nutzung der Ergebnisse in einem zukünftigen Transferprojekt.</p> 2021-09-21T00:00:00+00:00 Copyright (c) 2021 Christel Herrlich, Monika Palowski-Göpfert, Rica Schöber, Annett Walbe