PraxisForschungLehrer*innenBildung. Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung. https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb <p>Die Zeitschrift steht im Paradigma von Forschung <em style="font-size: 13px !important; line-height: 20.8px !important;">und</em> Entwicklung und ist somit ein Ort, an dem Forschungsergebnisse und ihre praktischen Implikationen dargestellt und diskutiert werden. Den Schwerpunkt der Zeitschrift bilden also praxisnahe Beiträge zu lokalen Konzepten, Forschungen und weiteren standortbezogenen Aktivitäten.</p> Universität Bielefeld - Wissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg & Bielefeld School of Education de-DE PraxisForschungLehrer*innenBildung. Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung. 2629-5628 Umsetzung unterrichtsintegrierter Sprachförderung im Mathematikunterricht der Grundschule https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5812 <p>Mit der vorliegenden Studie wurde die Umsetzung einer sprachsensibel geplanten Unterrichtsreihe zum Thema Rechendreiecke in einer dritten und einer vierten Klasse einer Regelgrundschule untersucht. Im Fokus stand dabei vor allem das Mikro-Scaffolding als Mittel zur Sprachförderung (Gibbons, 2002). Analysiert wurden vor allem die Art der Umsetzung des Mikro-Scaffolding und potenzielle Unterschiede der Umsetzung bei von den Lehrkräften als sprachlich schwach beziehungsweise stark eingeschätzten Schüler*innen. Darüber sollten Hinweise auf die Umsetzung der Adaptivität des Mikro-Scaffolding gefunden werden. Die Lehrkräfte in der vorliegenden Studie hatten im Vorfeld über zwei Jahre lang an einer umfangreichen Weiterbildung zu den Sprachförderprinzipien des Scaffolding teilgenommen und waren außerdem maßgeblich an der Planung der untersuchten Unterrichtsreihe beteiligt. Die qualitativen Ergebnisse zeigen, dass eine große Varianz in der Umsetzung der Scaffolding-Sprachförderprinzipien besteht, die höchstwahrscheinlich stark geprägt ist von individuellen Einflussfaktoren. Es zeigte sich außerdem, dass die Sprachförderprinzipien von den zwei beobachteten Lehrkräften nicht vollumfänglich implementiert wurden. Lücken zeigen sich vor allem hinsichtlich der zwei Sprachförderprinzipien <em>Anregung zur Nutzung der Fach- und Bildungssprache auf Wort- und Satzebene</em> sowie <em>Verdeutlichen der Relevanz</em>. Abschließend wird diskutiert, welche Faktoren die Umsetzungstreue der Fortbildungsinhalte in sprachförderliches Verhalten beeinflusst haben.</p> Nadine Elstrodt-Wefing Michélle Möhring Sophie Teborg Anja Starke Ute Ritterfeld Copyright (c) 2022 Nadine Elstrodt-Wefing, Michélle Möhring, Sophie Teborg, Anja Starke, Ute Ritterfeld https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-15 2022-09-15 4 1 168 189 10.11576/pflb-5812 „Das soll so richtig Bähm machen!“ https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5809 <p>Die gemeinsame Planung fächerübergreifenden Unterrichts erfordert allgemeindidaktische Reflexionen zur Unterrichtsgestaltung und evoziert hierauf bezogene Aushandlungen zwischen Lehrkräften. Im Kontext einer Schulbegleitforschung wurden diese Aushandlungen von drei Lehrer*innenteams unterschiedlicher Schulen, die Konzepte fächerübergreifenden Unterrichts neu entwickelten und planten, beobachtet und aufgezeichnet. Mittels Dokumentarischer Methode werden die didaktischen Prämissen sowie die kommunikativen Bezugnahmen auf die Schüler*innen analysiert, die die Unterrichtsplanung strukturieren. Dabei zeigt sich über alle drei Teams hinweg ein Anspruch an den fächerübergreifenden als außergewöhnlichen Unterricht, der unterschiedlich bestimmt wird: bezogen auf den je besonderen Unterrichtsinhalt (instruktivistisch), den Unterrichtsprozess (konstruktivistisch) oder das Unterrichtsergebnis (produktionistisch). Die mit diesen Reflexionshorizonten verbundenen Aushandlungspraxen gehen mit je spezifischen Thematisierungsweisen der Schüler*innen einher und werden begrenzt durch organisatorische Zwänge einerseits und einen kollegialen Modus der Zusammenarbeit andererseits.</p> Christopher Hempel Copyright (c) 2022 Christopher Hempel https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-05 2022-09-05 4 1 156 167 10.11576/pflb-5809 Beratung und Supervision in der Bildung von Lehrer*innen https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5805 <p>Beratung und Supervision scheinen methodisch und systematisch jene Lücke zu füllen, die sich ergibt, wenn von Lehrkräften verlangt wird, die sich eröffnenden schulpädagogischen Handlungsoptionen insbesondere hinsichtlich der Förderung oder Einschränkung möglicher Lern- und Bildungsprozesse von Schüler*innen vor dem Hintergrund bestehender und erworbener Wissensbestände zu reflektieren. In diesem Zusammenhang werden zunehmend beratende Tätigkeiten insbesondere auch im Rahmen der Diskurse und Bemühungen um Kooperation, Diversität, Inklusion und multiprofessionelle Zusammenarbeit über alle drei Phasen der Lehrer*innenbildung hinweg adressiert und damit auch verstärkt Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzungen. Mit dem vorliegenden Themenheft, welches Beiträge der gleichnamigen Tagung aus dem Jahr 2021 dokumentiert, werden von den Autor*innen theoretisch-systematische und empirische Erkundungen vorgenommen, die vor allem auch aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen in der Lehrer*innenbildung darstellen und reflektieren.</p> Saskia Bender Hans-Peter Griewatz Denise Klenner Copyright (c) 2022 Saskia Bender, Hans-Peter Griewatz, Denise Klenner https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 1 10 10.11576/pflb-5805 Zur Strukturlogik supervisorischer Praxis https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5804 <p>Im Beitrag wird ein strukturtheoretisches Modell der Supervision als Professionalisierungsinstrument in der Lehrer*innenbildung entfaltet. Dieses stützt sich auf die Strukturtheorie des professionalisierten Handelns von Ulrich Oevermann und bindet es ein in die pädagogische Theorie des Unterrichtens nach Andreas Gruschka. Anhand einer Supervisionssitzung, die in einer Förderschule im Förderschwerpunkt Sprache aufgezeichnet, verschriftet und mittels der Interpretationstechnik der Objektiven Hermeneutik ausgewertet wurde, wird das Strukturmodell der Supervision im Rahmen der Lehrer*innenbildung mit Rückgriff auf das analysierte Material herausgearbeitet und kritisch diskutiert.</p> Christoph Leser Sieglinde Jornitz Copyright (c) 2022 Christoph Leser, Sieglinde Jornitz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 138 151 10.11576/pflb-5804 „[…] eine Situation, die mich aufatmen lässt, weil sie mir aus Präsenz-Lehre und Sprechstunden so vertraut ist.“ https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5726 <p>Durch die Corona-Pandemie entstand im Bereich der Hochschullehre die Notwendigkeit, sehr kurzfristig auf rein digitale Lehrformate umzustellen. Im folgenden Beitrag wird die affektiv aufgeladene Perspektive der Lehrenden in den ersten Online-Semestern auf Basis autoethnografischer Notizen in den Fokus gestellt. Anhand repräsentativ ausgewählter Zitate werden als krisenhaft erlebte Momente der videovermittelten Online-Lehre aufgegriffen und auf der Grundlage der Goffman’schen Interaktionstheorie reflektiert. Als zentrale Aspekte haben sich hierbei die durch technische Affordanzen veränderten Möglichkeiten von Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie die Besonderheit damit zusammenhängender Ko-Präsenz herausgestellt. Die dadurch ausgelösten Reaktionen auf die wahrnehmungsbezogenen Veränderungen, wie sie von uns dokumentiert wurden, fassen wir als Krise unserer hochschulischen Lehrprofessionalität.</p> Friederike Kern Sofia Koutalidis Ann-Christin Leßmann Anne Németh Björn Stövesand Lisa Vössing Kristin Weiser-Zurmühlen Copyright (c) 2022 Friederike Kern, Sofia Koutalidis, Ann-Christin Leßmann, Anne Németh, Björn Stövesand, Lisa Vössing, Kristin Weiser-Zurmühlen https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-08-10 2022-08-10 4 1 144 155 10.11576/pflb-5726 Workshop „Erste Schritte in Moodle“ – ein Beispiel aus der Praxis https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5723 <p>Nicht nur die Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie wichtig E-Learning für unsere heutige Unterrichtskultur ist. Auch die Implementierung neuer Unterrichtskonzepte, wie beispielsweise das Konzept des „Flipped Classroom“, macht die Beschäftigung mit dem Thema notwendig. Um uns als Kollegium der Döpfer-Schulen für Physiotherapie und Logopädie in Rheine möglichst gut auf diese Veränderungen vorzubereiten, haben wir ein Angebot zum Lehren mithilfe des Learning-Management-Systems (LMS) „Moodle“ angeboten. Dabei sollte es neben den Einsatzmöglichkeiten und Einsatzszenarien verschiedener Tools auch ganz direkt um die praktische Anwendung gehen. Dieser Beitrag ist daher als praktisches und anwendungsbezogenes Beispiel für eine Lehrer*innenfortbildung zur Nutzung des Learning-Management-Systems (LMS) „Moodle“ zu sehen. Im Vordergrund stand dabei die Auseinandersetzung mit dem Thema E-Learning und – damit eng verbunden – mit dem Lehrkonzept des „Flipped Classroom“. Ziel der Veranstaltung war es zudem, den Lehrenden der Döpfer-Schule Rheine einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten („Aktivitäten/Material“) zu geben, die Moodle für die Unterrichtsgestaltung bietet. Ziel war es ausdrücklich nicht, nach Beendigung des Workshops alle Tools, die Moodle bietet, einwandfrei zu beherrschen. Nicht nur die Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie wichtig E-Learning für unsere heutige Unterrichtskultur ist. Auch die Implementierung neuer Unterrichtskonzepte, wie beispielsweise das Konzept des „Flipped Classroom“, macht die Beschäftigung mit dem Thema notwendig. Um uns als Kollegium der Döpfer-Schulen für Physiotherapie und Logopädie in Rheine möglichst gut auf diese Veränderungen vorzubereiten, haben wir ein Angebot zum Lehren mithilfe des Learning-Management-Systems (LMS) „Moodle“ angeboten. Dabei sollte es neben den Einsatzmöglichkeiten und Einsatzszenarien verschiedener Tools auch ganz direkt um die praktische Anwendung gehen. Dieser Beitrag ist daher als praktisches und anwendungsbezogenes Beispiel für eine Lehrer*innenfortbildung zur Nutzung des Learning-Management-Systems (LMS) „Moodle“ zu sehen. Im Vordergrund stand dabei die Auseinandersetzung mit dem Thema E-Learning und – damit eng verbunden – mit dem Lehrkonzept des „Flipped Classroom“. Ziel der Veranstaltung war es zudem, den Lehrenden der Döpfer-Schule Rheine einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten („Aktivitäten/Material“) zu geben, die Moodle für die Unterrichtsgestaltung bietet. Dabei ging es ausdrücklich nicht darum, nach Beendigung des Workshops alle Tools, die Moodle bietet, einwandfrei zu beherrschen.</p> Edith Kotitschke Jörg Stifter Copyright (c) 2022 Edith Kotitschke, Jörg Stifter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-08-09 2022-08-09 4 1 136 143 10.11576/pflb-5723 Funktionen von Supervision in der Bildung von Lehrer*innen https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5712 <p class="Abstract">Der Beitrag nimmt Supervision in der Bildung von Lehrer*innen aus einer empirisch-rekonstruktiven Perspektive in den Blick. Zunächst werden Ergebnisse aus Fallrekonstruktionen vorgestellt, die auf Mitschnitten von Gruppensupervisionssitzungen im Bachelorstudium basieren, welche – begleitend zu einer Praxisphase –die Förderung von (Selbst-)Reflexions- und Professionalisierungsprozessen ermöglichen sollten. Hier zeigt sich, dass Lehramtsstudierende das Setting faktisch zu einem Raum umfunktionieren, in dem vor allem Entlastung, Stabilisierung und Vergemeinschaftung erfahren werden sollen. Eine supervisorische Fallarbeit, die explizit reflexiv angelegt ist und impliziert, dass Studierende sich immer auch selbst „zum Fall“ machen, steht der Bedürfnislage der Studierenden damit diametral entgegen. Die daraus resultierende Vermutung, dass Supervision als Professionalisierungsimpuls sinnvoll erst in späteren Phasen der Lehrer*innenbildung zu verorten wäre, muss angesichts weiterer Fallrekonstruktionen von Interviews mit berufserfahrenen Lehrkräften zu deren Erfahrungen mit Supervision ebenfalls relativiert werden. Auch hier werden andere Aspekte von Supervision als positiv und hilfreich gerahmt: wiederum die Stabilisierung, im Sinne von Selbstermächtigung und Unterstützung bei der Wiederherstellung von Ordnung (Regelschule), sowie Diagnostik und fachliche Weiterbildung (Förderschule). Supervisorische Praxis erscheint damit hier in einer funktionalen Dimension, wobei die rekonstruierten Funktionen auf eine klare Lokalisierung des Problemkerns im Außen zielen (typischerweise in problematischen, „schwierigen“ Schüler*innen) sowie auf Vereindeutigung und Komplexitätsreduktion – anstatt auf tatsächliche Selbstreflexion, die auch Offenheit für Irritationen und eine selbstkritische Perspektive auf das eigene Wahrnehmen, Deuten und professionelle Handeln zuließe. Im Anschluss an diese Ergebnisse stellen sich Fragen nach der Konturierung von Supervision im Kontext Lehrer*innenbildung und Schule, die auf der einen Seite die Bedürfnisse (angehender) Lehrer*innen ernst nimmt, ohne auf der anderen Seite ihr selbstreflexives Potenzial einzubüßen.</p> Denise Klenner Hans-Peter Griewatz Saskia Bender Martin Heinrich Copyright (c) 2022 Denise Klenner, Hans-Peter Griewatz, Saskia Bender, Martin Heinrich https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 266 278 10.11576/pflb-5712 Empathisches Denken und Fühlen in der Lehrer*innenbildung zur Gestaltung wertschätzender pädagogischer Beziehungen https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5711 <p>Wertschätzende pädagogische Beziehungen sind für gelingende Lernprozesse, Lernfreude, Motivation und Identitätsentwicklung zentral. Für die Gestaltung dieser Beziehungen ist Empathie von Lehrpersonen gegenüber ihren Schüler*innen grundlegend, da empathisches Denken, Fühlen und Handeln als „pädagogisches Taktgefühl“ eine ganzheitliche, professionelle Wahrnehmung von Lernenden, ihren Fähigkeiten und individuellen Voraussetzungen ermöglichen kann. Da Empathie meist als selbstverständliche Kompetenz von Pädagog*innen vorausgesetzt wird, erhält sie bislang wenig Bedeutung in professionellen, öffentlichen und erziehungswissenschaftlichen Diskursen, sodass in der Lehrer*innenprofessionalisierung Möglichkeiten für Studierende fehlen, ihre sozialen, pädagogisch-wertschätzenden und empathischen Kompetenzen aus- und weiterzubilden. Dies gibt Anlass, eine Lehrveranstaltung zu entwickeln und zu etablieren, die Studierenden u.a. die Möglichkeit bietet, durch angeleitete, protokollierte und reflektierte Beobachtungen pädagogischer Interaktionen eigenes Denken zu hinterfragen, Perspektiven zu wechseln, sich in andere hineinzuversetzen und über pädagogisch taktvolles Handeln zu reflektieren. In der begleitend zum Praxissemester entwickelten, durchgeführten und evaluierten Lehrveranstaltung wurden – neben der Vermittlung von pädagogischem Wissen, dem Lernen an Fallbeispielen und dem Sammeln praktischer Erfahrungen im Umgang mit Kindern – Beobachtungen pädagogischer Interaktionen in der Schulpraxis durchgeführt und hinterfragt. Diese von den Studierenden schriftlich analysierten und reflektierten Beobachtungen waren Grundlage der qualitativen Analyse in der vorliegenden Arbeit. Leitend war die Frage, ob und inwieweit sich Empathie, Introspektion und Perspektivenübernahme in den schriftlichen Reflexionen der Lehramtsstudierenden erkennen lassen. Die Texte der Studierenden wurden mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse in MaxQDA ausgewertet. Die Analysen zeigen, dass es in den Äußerungen der Studierenden Hinweise auf empathisches Denken, Fühlen und Handeln sowie eine Thematisierung der Bedeutung von Wertschätzung für die pädagogische Beziehung gibt.</p> Laura Faber Copyright (c) 2022 Laura Faber https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-07-22 2022-07-22 4 1 121 135 10.11576/pflb-5711 Helfen subjektive Vorerfahrungen mit Mobbing angehenden Lehrkräften beim Erkennen und bei der Handlungskompetenz in Mobbingsituationen? https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5676 <p>Diese Studie untersucht die Frage, welche Einflüsse Vorerfahrungen von Lehramtsstudierenden mit Mobbing auf das Erkennen von bzw. mögliche Handlungsoptionen bei Mobbing haben. An der Untersuchung nahmen insgesamt 83 Lehramtsstudierende der allgemeinbildenden Schulen an der Universität des Saarlandes teil. 76 Prozent der befragten Studierenden hatten in ihrer Schulzeit bereits Erfahrung mit Mobbingsituationen gemacht, wobei Studentinnen überwiegend verbales Mobbing in der Opferrolle und männliche Studierende dies eher in der unbeteiligten Zuschauer-Rolle (<em>bystander</em>) erlebt haben. Relationales Mobbing, wurde von etwa der Hälfte der Teilnehmenden der Studie als <em>bystander</em> erlebt. Vor allem die männlichen Studierenden unterschätzen die Ernsthaftigkeit von verbalem und relationalem Mobbing deutlich. Frühere Mobbingopfer nahmen die verschiedenen Mobbingsituationen ernster als Personen, die noch nie Mobbing erlebt hatten, und zeigten auch tendenziell größeren Ärger über das Mobbingverhalten bzw. stärkeres Mitgefühl für die Opfer. Sie würden aber seltener intervenieren als andere. Ein möglicher Grund dafür könnte die fehlende Interventionskompetenz sein. Wir empfehlen deshalb, bei der Behandlung des Themas Mobbing in der Schule auf die Vorerfahrungen der Studierenden zurückzugreifen, vor allem um die Ernsthaftigkeit von relationalem und verbalem Mobbing zu betonen und durch die Einbindung der positiven Erfahrungen früherer Helfer*innen zudem die Interventionskompetenz in allen Mobbingformen zu stärken.</p> Christoph Paulus Copyright (c) 2022 Christoph Paulus https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-07-14 2022-07-14 4 1 91 103 10.11576/pflb-5676 Pädagogischer Takt bei Mentor*innen und deren Lehramtsstudierenden https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5675 <p>Mentoring kann als Versuch angesehen werden, den Studierenden des Lehramtes zu helfen, die Theorien, die im Studium an der Hochschule gelernt worden sind, im Praktikum als Entscheidungsgrundlage für das Handeln zu verwenden. Dieser Umsetzungsprozess ist schwierig, da eine direkte Anwendung der wissenschaftlichen Annahmen in der Praxis unmöglich ist. Mögliche theoretische Entwürfe, die den Umsetzungsprozess erleichtern, sind das Theorie-Praxis-Modell (Patry, 2018b) und der pädagogische Takt. Angesprochen sind auch das Beraten und Coachen (z.B. Schlee, 2019), beispielsweise in der Aus- und Fortbildung, um Lehrenden dazu zu verhelfen, wissenschaftliche Theorien in deren subjektive Theorien zu implementieren. Mentor*innen sind durch ihre jahrelange Erfahrung und Reflexion auf ihrem Gebiet zu einer gewissen Expertise (Berliner, 2002) gelangt. Die Transfermaßnahmen – von theoretischem Wissen über die Berufsrolle einer Lehrperson bis hin zum taktbasierten Handeln – werden flankiert durch individuelle und lösungsorientierte Unterstützungsmaßnahmen (Mutzeck, 2014; Warschburger, 2009). In der Studie wird die Hypothese geprüft, dass bei Mentor*innen der schulpraktischen Studien mehr Charakteristika des pädagogischen Takts (Patry, 2018a) in der Unterrichtspraxis festgestellt werden können als bei den von ihnen betreuten Lehramtsstudierenden. Inwiefern gelingt es den Expert*innen stärker als den Studierenden, beim Unterrichten taktbasiert zu handeln? Mit der qualitativen Messmethode Stimulated Recall (Calderhead, 1991; Gastager et al., 2017; Gastager, 2018) wurde diese Fragestellung mit 34 Untersuchungspersonen an einer österreichischen Pädagogischen Hochschule überprüft. Es zeigt sich anhand der Illustration eines Ergebnisbeispiels zu den Daten einer Mentorin folgendes Bild: In den Variablen „Subjektive Theorien zur eigenen Person“, „Wahrnehmung“, „Ziele“ und „Handlungs-Situations-Ergebnis-Erwartungen“ ist eine sehr deutlich hohe Ausprägung in ihren Aussagen festzustellen. Diese Ergebnisse werden anhand einer Einzelfallstudie mit einer Mentorin genauer analysiert. Beschränkungen der Ergebnisse werden diskutiert. Mentoring kann als Versuch angesehen werden, den Studierenden des Lehramtes zu helfen, die Theorien, die im Studium an der Hochschule gelernt worden sind, im Praktikum als Entscheidungsgrundlage für das Handeln zu verwenden. Dieser Umsetzungsprozess ist schwierig, da eine direkte Anwendung der wissenschaftlichen Annahmen in der Praxis unmöglich ist. Mögliche theoretische Entwürfe, die den Umsetzungsprozess erleichtern, sind das Theorie-Praxis-Modell (Patry, 2018b) und der pädagogische Takt. Angesprochen sind auch das Beraten und Coachen (z.B. Schlee, 2019), beispielsweise in der Aus- und Fortbildung, um Lehrenden zu verhelfen, wissenschaftliche Theorien in deren subjektive Theorien zu implementieren. Mentor*innen sind durch ihre jahrelange Erfahrung und Reflexion auf ihrem Gebiet zu einer gewissen Expertise (Berliner, 2002) gelangt. Die Transfermaßnahmen – von theoretischem Wissen über die Berufsrolle einer Lehrperson bis hin zum taktbasierten Handeln – werden flankiert durch individuelle und lösungsorientierte Unterstützungsmaßnahmen (Mutzeck, 2014; Warschburger, 2009). In der Studie wird die Hypothese geprüft, dass bei Mentor*innen der schulpraktischen Studien mehr Charakteristika des pädagogischen Takts (Patry, 2018a) in der Unterrichtspraxis festgestellt werden können als bei den von ihnen betreuten Lehramtsstudierenden. Inwiefern gelingt es den Expert*innen stärker als den Studierenden, beim Unterrichten taktbasiert zu handeln? Mit der qualitativen Messmethode Stimulated Recall (Calderhead, 1991; Gastager et al., 2017; Gastager, 2018) wurde diese Fragestellung mit 34 Untersuchungspersonen an einer österreichischen Pädagogischen Hochschule überprüft. Es zeigt sich anhand der Illustration eines Ergebnisbeispiels zu den Daten einer Mentorin folgendes Bild: In den Variablen „Subjektive Theorien zur eigenen Person“, „Wahrnehmung“, „Ziele“ und „Handlungs-Situations-Ergebnis-Erwartungen“ ist eine sehr deutlich hohe Ausprägung in ihren Aussagen festzustellen. Diese Ergebnisse werden anhand einer Einzelfallstudie mit einer Mentorin genauer analysiert. Beschränkungen der Ergebnisse werden diskutiert.</p> Angela Gastager Jean-Luc Patry Copyright (c) 2022 Angela Gastager, Jean-Luc Patry https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-07-12 2022-07-12 4 1 72 90 10.11576/pflb-5675 Lehrer*innenprofessionalisierung im Lehr-Lern-Labor „Kolumbus-Kids“ https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5521 <p>Die Verknüpfung von Theorie und Praxis ist ein zentrales Element des Professionalisierungsprozesses in der ersten Phase der Lehrer*innenbildung. Um Lehramtsstudierenden zu ermöglichen, frühzeitig Unterrichtserfahrungen zu sammeln und damit einhergehend die Entwicklung ihre Lehrkraftpersönlichkeit zu stärken, wurde u.a. ein Praxissemester in das Lehramtsstudium integriert. Die Einbindung in universitätsangebundene Lern-Lehr-Labore bieten den Studierenden darüber hinaus die Möglichkeit, berufsbezogene Kompetenzen auszubilden. Auch das Lehr-Lern-Labor „Kolumbus-Kids“ der Universität Bielefeld ist eng in die Ausbildung angehender Lehrkräfte eingebunden. In der vorliegenden Studie wird untersucht, inwiefern die halbjährige Teilnahme an dem Lehr-Lern-Labor einen positiven Einfluss auf die Affekte der Studierenden hervorbringt. Dazu wurde der <em>Positive and Negative Affect Schedule</em> <em>(PANAS) </em>als Messinstrument herangezogen. Die PANAS-Vergleichsstudie im Prä-Post-Design wurde im Lehr-Lern-Labor „Kolumbus-Kids“ implementiert. Die Stichprobe besteht aus <em>N</em> = 82 Studierenden (<em>n</em><sub>weiblich</sub> = 50, <em>n</em><sub>männlich</sub> = 31, <em>n</em><sub>n/a</sub> = 1; <em>M</em><sub>Alter</sub> = 23.1; <em>SD</em> = 4.29). Die Ergebnisse der Studie zeigen bei den Studierenden nach der Teilnahme am Lehr-Lern-Labor eine signifikante Steigerung der positiven Affekte und eine signifikante Senkung der negativen Affekte. Der Vergleich von Teilgruppen der Stichprobe bestätigt, dass die Studierenden geschlechterunabhängig von der Teilnahme profitieren, und zeigt aufgrund unterschiedlicher Vorerfahrungen in der Unterrichtspraxis erwartbare Unterschiede zwischen Bachelor- und Master-Studierenden. Die Ergebnisse der Studie müssen durch weitere Studien mit größeren Stichproben nachgewiesen werden.</p> Colin Peperkorn Maria Sophie Schäfers Stephanie Ohlberger Claas Wegner Copyright (c) 2022 Colin Peperkorn, Maria Sophie Schäfers, Stephanie Ohlberger, Claas Wegner https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-07-19 2022-07-19 4 1 104 120 10.11576/pflb-5521 Spiralcurriculum als Professionalisierungs- und Kohärenzprojekt der Potsdamer Lehrer*innenbildung https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5424 <p>An der Universität Potsdam werden die fünf Schulpraktischen Studien im Rahmen des BA- und MA-Studiums der Lehrerbildung gemäß dem Modell eines Spiralcurriculums konzeptionell entfaltet. Vor diesem Hintergrund geht der theoretisch orientierte Beitrag der Frage nach, inwieweit das spiralcurriculare Modell auch für die Konzipierung der Lehrerbildung insgesamt – also in ihren fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Anteilen – herangezogen werden kann. Dabei werden – auch mit bildungshistorischem Rückgriff – sieben Merkmale systematisiert, die die mit dem Modell verbundenen Chancen und Herausforderungen zur Professionalisierung der Lehrerbildung thematisieren. Im Modell des Spiralcurriculums wird die Gesamtheit der curricularen Ziele, Inhalte und Methoden aller beteiligten lehrerbildenden Disziplinen entlang dreier tragender Leitlinien (Leitlinie der fächerspezifischen Erkenntnisgewinnung, Leitlinie der fächerübergreifenden Erkenntnisgewinnung sowie Leitlinie der individuellen Persönlichkeits-/Kompetenzentwicklung der Lehramtsstudierenden) ordnend verankert.</p> Frank Tosch Copyright (c) 2022 Frank Tosch https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-05-08 2022-05-08 4 1 62 71 10.11576/pflb-5424 Beratungskompetenz fördern – ein Konzept phasenübergreifender Begleitung https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5413 <p>Mit dem Ziel, zukünftige Lehrkräfte besser auf ihre vielfältigen Beratungsaufgaben im Schulalltag vorzubereiten und Inklusion qualifiziert und innovativ mitzugestalten (Lindmeier &amp; Lindmeier, 2018), wird ein phasenübergreifendes Beratungscurriculum für Förderschullehrer*innen nach dem systemischen Ansatz (Weinhardt, 2020) entwickelt und erprobt (60 Studierende à 2 Kohorten, viereinhalb Jahre, drei Ausbildungsphasen). Professionelle sonderpädagogische Beratungskompetenz erfordert in inklusiven schulischen Settings neben der Beratung von Kolleg*innen, Eltern und Schüler*innen insbesondere eine intensive, fortlaufende (Selbst-)Reflexion (Lindmeier &amp; Lindmeier, 2018). Dieser fortlaufende Entwicklungs- und Reflexionsprozess bildet durch reflexive Professionalisierung im Wechsel mit reflektierender Professionalität den Kern der Ausbildung zu sonderpädagogischer Beratungskompetenz im Projekt „Sonderpädagogische Beratung in der inklusiven Schule“ (SoBiS). Die Ausbildungsinhalte werden in regelmäßiger Kooperation mit den Beteiligten aller Phasen – Universität, Studienseminar, Pädagogisches Landesinstitut – der Förderschullehrer*innenbildung abgestimmt sowie dynamisch fortentwickelt. Die Didaktik des Curriculums und die Evaluation sehen einen Design-Based Research Ansatz vor (Reinmann, 2018, Benner, 2018). Quantitativ wird u.a. ein Fragebogen zur Beratungskompetenzentwicklung eingesetzt; qualitativ wird iterativ-zirkulär vorgegangen (Ochs &amp; Schweitzer, 2015). Als Erhebungsinstrumente kommen hierbei unter anderem Gruppendiskussionen und schriftliche Reflexionen von Einzelcoachings zum Einsatz.</p> Sabine Marschall Esther Würtz Kerstin Wallinda Ute Waschulewski Christian Lindmeier Copyright (c) 2022 Sabine Marschall, Esther Würtz, Kerstin Wallinda, Ute Waschulewski, Christian Lindmeier https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 185 197 10.11576/pflb-5413 Professionsbezogene Beratung im Spannungsfeld von Bildungsautonomie und curricularer Fremdbestimmung https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5382 <p>Lehramtsstudierende positionieren sich zu den Anforderungen von Studium und zukünftigem Beruf auf der Grundlage individueller Eingangsvoraussetzungen. Beratungsformate wie das Tübinger Projekt Profi<em>L</em> sind konzeptionell darauf ausgerichtet, diese Vermittlung zwischen objektivem und subjektivem Bildungsgang zu unterstützen. Aus subjektivierungstheoretischer Perspektive entsteht jedoch die Frage, welche neuen Subjektmodelle und Subjektivierungsweisen mit solchen Beratungsangeboten in das Studium eingespeist werden. In einer narrativen Interviewstudie können diese Subjektivierungsweisen in ersten Ansätzen empirisch sichtbar gemacht werden: Beratungsteilnehmende verfolgen in der Auseinandersetzung mit Professionalitätserwartungen Subjektideen, die einerseits berufswunschbezogenen Normativen geschuldet sind. Andererseits bietet sich durch das Andocken an individuelle Voraussetzungen die Gelegenheit, programmatische Subjektmodelle (teilweise) zu überschreiben. Werden die inhaltlichen bzw. strukturellen Konzeptsetzungen zunehmend als Nichtpassung zu eigenen Entwicklungs- und damit Subjektivierungsbedarfen empfunden, brechen Teilnehmende die Beratung ab. Subjektorientierte Professionalisierung scheint demnach individuelle Anknüpfungs- und Adaptionsmöglichkeiten zu benötigen.</p> Petra Bauer Kathrin Kniep Marc Weinhardt Copyright (c) 2022 Petra Bauer, Kathrin Kniep, Marc Weinhardt https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 253 265 10.11576/pflb-5382 Erwerb beratungsrelevanter Kompetenzen durch Lehrkräfte – inhaltliche und methodische Herausforderungen der Förderung schulischer Beratungskompetenz https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5285 <p>Im Beitrag werden grundlegende Herausforderungen und Schwierigkeiten, die bei der Förderung des beratungsrelevanten Kompetenzerwerbs durch Lehrkräfte zu bedenken sind, herausgearbeitet und diskutiert. Diese Herausforderungen sind sowohl inhaltlicher als auch methodischer Natur und liegen in den besonderen Praxisbedingungen schulischer Beratung begründet. Diese Bedingungen erschweren nicht nur den Kompetenzerwerb, sondern haben auch Konsequenzen für die Modellierung der beratungsrelevanten Kompetenzen von Lehrkräften. Ohne eine belastbare Fundierung des für schulisches Beraten relevanten Wissens und Könnens sind Zieldimension und Wirkfaktoren instruktionaler Förderansätze nicht valide zu bestimmen, können deren Nachhaltigkeit und ein Transfer in die Praxis nicht gewährleistet werden. Der Beitrag plädiert dafür, Bemühungen zur Förderung beratungsrelevanter Kompetenzen konsistent und systematisch auf die konkreten Anforderungen schulischer Beratungspraxis zu beziehen und vor dem Hintergrund des gesamten Professionalisierungsprozesses von Lehrkräften zu konzipieren.</p> Josef Strasser Frank Behr Copyright (c) 2022 Josef Strasser, Frank Behr https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 48 63 10.11576/pflb-5285 Beratung als Raum reflexiver Professionalisierung https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5284 <p>In dem Beitrag wird Beratung als ein Raum erkundet, der im Kontext der Bildung von (angehenden) Lehrer*innen einen Platz für die kritische Reflexion von Unbestimmtheit und der Bedeutung gesellschaftlicher Verhältnisse für pädagogisches Handeln eröffnen soll. Beratung wird daher als grundlegende pädagogische Handlungsform betrachtet, die letztlich im Rahmen verschiedener Formate (wie Supervision oder Coaching) unterschiedliche Ausdrucksformen findet. In Anlehnung an (sozial-)pädagogische Perspektiven auf Beratung, den strukturtheoretischen Ansatz der Professionalisierung und die migrationspädagogische Perspektive diskutiert der Beitrag Beratung als Raum, der unter anderem durch die strukturierte Konfrontation und Auseinandersetzung mit Nicht-Wissen, der Krisenhaftigkeit pädagogischen Handelns sowie der Eingebundenheit von Lehrer*innen und Schule in die (migrations-)gesellschaftlichen Verhältnisse Professionalisierungsprozesse ermöglicht. Der Beitrag geht der Frage nach, wie Beratung als Raum entworfen werden kann, der als Element einer kritisch-reflexiven Professionalisierung Lehrer*innen in ihrer <em>professionellen Handlungsfähigkeit</em> stärkt, ohne Unbestimmtheit in Bestimmtheit zu wandeln.</p> Vanessa Ohm Saphira Shure Copyright (c) 2022 Vanessa Ohm, Saphira Shure https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 79 93 10.11576/pflb-5284 Praktische Theorie https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5270 <p>Aufbauend auf dem aktuellen Stand der Forschung zur Theorie-Praxis Vermittlung in der Lehrer*innenbildung in Deutschland wird das Potenzial autonomer Praxiserfahrungen für die akademische Ausbildung diskutiert. Am Beispiel des Projektes „Stark und fit durch Mathematik“ an der TU Dresden wird erläutert, wie Studierende in sozial stark belasteten Schulen als Unterstützer*innen tätig werden, indem sie spezielle Förderangebote für rechenschwache Kinder anbieten. Damit werden die Studierenden primär nicht als Lernende, sondern als kompetente Unterstützer*innen adressiert. Parallel zu der Förderung absolvieren die Studierenden ein Hochschulseminar, in dessen Rahmen sie in den aktuellen Stand der Forschung eingeführt werden. In der durchgeführten qualitativen Begleitstudie konnte einerseits eine hohe subjektiv wahrgenommene Kohärenz von Theorie und Praxis festgestellt werden, die jedoch einer unterschiedlichen Strukturlogik folgt: Während die Praxis einerseits als Teil der akademischen Ausbildung als kumulativer Lernprozess verstanden wird, empfinden andere Studierende diese als biografisch gewachsene Entwicklungsaufgabe, die es zu bewältigen gilt. Je nach Typus ergibt sich ein unterschiedlicher Unterstützungsbedarf.</p> Frank Beier Elisa Wagner Copyright (c) 2022 Frank Beier, Elisa Wagner https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 198 212 10.11576/pflb-5270 Bedarfe und Umsetzung einer Kollegialen Coachingmaßnahme für Schulaufsichtsbeamt*innen als schulische Führungskräfte https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5255 <p>Dieser Beitrag befasst sich mit der Professionalisierung von Schulaufsichtsbeamt*innen und fokussiert damit eine bislang wissenschaftlich wenig thematisierte Gruppe von Führungskräften. Schulaufsichtsbeamt*innen übernehmen neben Kontrollaufgaben vor allem Beratungs- und Unterstützungsaufgaben für Schulen und befassen sich mit pädagogischen und organisatorischen Fragen. Eine in Nordrhein-Westfalen auf diese Tätigkeit vorbereitende Qualifizierungsmaßnahme zu zentralen Themen qualifiziert jedoch kaum explizit zu Beratungskompetenzen und Reflexionsformaten für diese Tätigkeit, die in hohem Maße den Anspruch verfolgt, möglichst gemeinsam und auf Augenhöhe mit Schulleitungen etc. die Qualität schulischer Prozesse zu reflektieren, zu begleiten und zu sichern. Seit 2019 wird daher im Rahmen einer Pilotmaßnahme ein Angebot „Kollegiales Coaching für Angehörige der Schulaufsicht“ durchgeführt, dass die kollegiale Unterstützung dieser Leitungskräfte in ihrem alltäglichen Leitungshandeln zum Ziel hat. Der folgende Beitrag beschreibt neben ausführlichen hinführenden Auseinandersetzungen zum Themenrahmen sowohl daraus abgeleitete Bedarfe dieser Zielgruppe als auch das Setting des Verfahrens, das auf den theoretischen Grundannahmen des Forschungsprogramms Subjektive Theorien (vgl. Groeben et al., 1988) fußt. Zudem werden erste interne Evaluationsergebnisse angeführt und mögliche Schlussfolgerungen für die Fort- und Weiterbildung von Schulaufsichtsbeamt*innen gezogen.</p> Yvette Völschau Catharina Hübner Copyright (c) 2022 Yvette Völschau, Catharina Hübner https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 296 305 10.11576/pflb-5255 Supervision in der Lehrer*innenbildung https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5253 <p>Der Beitrag entwirft eine theoretische Skizze zur systematischen Verortung von Supervision in der Lehrer*innenbildung. Diese Skizze erfordert allgemeine Maßstabsebenen, von denen ausgehend eine solche Verortung substanziell ausweisbar ist. Damit zeichnet sich zugleich ein konzeptioneller Deutungshorizont für ein empirisch-rekonstruktives Forschungsprogramm über Supervision in der Lehrer*innenbildung ab. Im Konkreten erörtert der Beitrag die Leistung von Supervision in der Lehrer*innenbildung als Begleitung der Reflexion auf pädagogische Praxis und damit als professionsbezogene Theorie-Praxis-Vermittlung.</p> Rüdiger Rhein Copyright (c) 2022 Rüdiger Rhein https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 11 23 10.11576/pflb-5253 Was kann Peer-to-Peer-Beratung leisten? https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/5252 <p>Lehrkräfte sind in einem herausfordernden Beruf tätig, der sehr zufriedenstellend, aber auch belastend sein kann. Vor dem Hintergrund des komplexen und spezifischen beruflichen Anforderungsprofils von Lehrkräften erweist sich die Methode der Kollegialen Fallberatung als geeignetes Instrument zur Professionalisierung sowie zur Gesundheitsförderung im Kontext Schule. Kollegiale Fallberatung kann hinsichtlich der Reflexion, Bearbeitung und Bewältigung beruflicher Handlungsprobleme entlastend und impulsgebend wirken. Auch aufgrund ihrer einfachen Erlern- und Handhabbarkeit erfährt die Kollegiale Fallberatung zunehmend Bedeutung im Lehramtsstudium. Bislang liegen jedoch nur wenige Daten zur Effektivität Kollegialer Fallberatung in den verschiedenen Phasen der Lehrkräftebildung vor. Insbesondere mangelt es an Daten, die Aufschluss über die Prozess- und Ergebnis<em>qualität</em> geben können. An dieses Desiderat anknüpfend kontrastiert der vorliegende Beitrag die Wahrnehmung von Lehramtsstudierenden bezüglich der beruflichen Nutzbarkeit (Selbsteinschätzung via Fragebogen) mit der tatsächlichen Qualität Kollegialer Fallberatung (Fremdeinschätzung via Beobachtung). Dafür wurden im Rahmen eines Kompakttrainings „Gesunde Schule“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena drei Kollegiale Fallberatungen durchgeführt und videografiert. Die Fragebogendaten zeigen, dass die Studierenden den kollegialen Austausch und die gemeinsame Reflexion pädagogischer Handlungsprobleme sowie die Atmosphäre in den Kollegialen Fallberatungen als positiv bewerten. Aus Sicht der Fallgeber*innen schaffen die durchgeführten Kollegialen Fallberatungen jedoch nur in eingeschränkter Weise Sicherheit für zukünftige Situationen. Die Analyse der Videografien mittels Direct Behavior Rating zeigt, dass insbesondere die Qualität der Hypothesen unzureichend ist, um dem Anspruch der multiperspektivischen und bedarfsgerechten Auseinandersetzung mit einem Praxisproblem gerecht werden zu können. Zudem werden Rollendiffusionen, v.a. bei den Moderator*innen, sichtbar. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund zukünftiger Einsatzmöglichkeiten Kollegialer Fallberatung und damit verbundener Trainingsbedarfe im Lehramtsstudium diskutiert. Abschließend werden mögliche Forschungsperspektiven skizziert.</p> Sebastian Meißner Franziska Greiner Copyright (c) 2022 Sebastian Meißner, Franziska Greiner https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2022-09-13 2022-09-13 4 1 213 232 10.11576/pflb-5252