PraxisForschungLehrer*innenBildung. Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung. https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb <p>Die Zeitschrift steht im Paradigma von Forschung <em style="font-size: 13px !important; line-height: 20.8px !important;">und</em> Entwicklung und ist somit ein Ort, an dem Forschungsergebnisse und ihre praktischen Implikationen dargestellt und diskutiert werden. Den Schwerpunkt der Zeitschrift bilden also praxisnahe Beiträge zu lokalen Konzepten, Forschungen und weiteren standortbezogenen Aktivitäten.</p> Universität Bielefeld - Wissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg & Bielefeld School of Education de-DE PraxisForschungLehrer*innenBildung. Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung. 2629-5628 Wasser, Wald & Wuppertal https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4455 <p>In diesem Beitrag wird die Konzeption, Durchführung und Evaluation eines Seminares beschrieben, in welchem Sachunterrichtsstudierende unterschiedlichen Ebenen von Kohärenz begegnen. Im nahe der Universität gelegenen Gelpetal können sie die Vielperspektivität dieses Lebensraumes direkt erleben (Ebene 1: Vernetzung der Perspektiven des Sachunterrichts). Sie erarbeiten zuvor, was bei einer Exkursion beachtet werden sollte – auch im Hinblick auf inklusive Lerngruppen. In der Rolle einer Lehrperson selbst geplante, handlungsorientierte Forschungsaufträge werden aus der Sicht von Lernenden erprobt und reflektiert (Ebene 2: Vernetzung der Professionswissensbereiche; Ebene 3: Vernetzung zwischen Ausbildung und beruflichen Anforderungen). Begleitet wird das Seminar von zwei Dozierenden aus unterschiedlichen Fachdisziplinen, die in mehreren Sitzungen im Team lehren (Ebene 4: kollegiale Vernetzung). Die Ergebnisse der Mixed-Methods-Begleitforschung im Prä-Post-Design belegen die Wirksamkeit des Konzeptes. Die Teilnehmer*innen weisen nach dem Seminar signifikant höhere Selbstwirksamkeitserwartungen bezüglich vielperspektivischen Unterrichtens und der Durchführung von Exkursionen im inklusiven Sachunterricht auf. Zudem wird ein hohes situationales Interesse an den Seminarinhalten generiert. Als Weiterempfehlungsgrund wird besonders oft das Erleben von Kohärenz in verschiedensten Formen genannt.</p> Melanie Beudels Ina Jeske Angelika Preisfeld Copyright (c) 2021 Melanie Beudels, Ina Jeske, Angelika Preisfeld https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-06-04 2021-06-04 3 1 71 103 10.11576/pflb-4455 In utramque partem disputare https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4359 <p>Demokratiebildung und politische Bildung sind in den alten Sprachen vorwiegend in den Bereichen Textanalyse und Interpretation verortet. Gleichzeitig kommt ihnen die Funktion leitender Unterrichtsprinzipien zu. Das wichtigste fachspezifische didaktische Verfahren ist die historische Kommunikation, die letztlich auf dem Prinzip der klassischen Hermeneutik basiert. Der Beitrag erklärt dieses Verfahren, stellt die Potenziale der antiken Literatur für die avisierten Ziele vor und betrachtet dann exemplarisch an drei zentralen Inhaltsbereichen des Studiums im Fach Latein, wie Demokratiebildung gestaltet werden kann.</p> Jochen Sauer Copyright (c) 2021 Jochen Sauer https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-04-26 2021-04-26 3 1 55 68 10.11576/pflb-4359 Netiquette, Voting & Feedbackkultur https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4358 <p>Dieser Beitrag soll aufzeigen, inwiefern aktuelle Ansätze und Formate der Fremdsprachen(didaktik)-Lehre zur demokratisch-politischen Bildung beitragen können. Neben einer fachspezifischen Begriffsbestimmung und einer Verortung im fremdsprachendidaktischen Diskurs werden dafür auch konkrete Implementierungsversuche aufgezeigt, die illustrieren sollen, wie Demokratiebildung im Französisch-/Spanischunterricht und in der romanistischen Fremdsprachen-Lehrer*innen-Bildung gefördert werden kann. Da hierbei auch die zunehmende Digitalisierung eine wichtige Rolle spielt und derzeit überwiegend Distanzlehre praktiziert wird, werden insbesondere digitale Umsetzungsmöglichkeiten vorgestellt. Ziel dieses Beitrags ist die Dokumentation, Reflexion und Neu-Konzeption fachbezogener Demokratiefördermöglichkeiten, welche als Anregungen für die universitäre Lehre und auch direkt im schulischen Fremdsprachenunterricht genutzt werden können.</p> Janina Reinhardt Copyright (c) 2021 Janina Reinhardt https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-04-26 2021-04-26 3 1 39 54 10.11576/pflb-4358 Developing Critical Cultural and Digital Literacy https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4357 <p>In this contribution, we propose <em>critical literacy </em>as a concept that allows to anchor democratic education in foreign language teaching, namely in the context of cultural and digital learning. We suggest a framework for planning teaching units and present practical examples based on ethnographic research on <em>critical literacy </em>education in Canada, which span the full range from primary school to teacher training at university. On this basis, we discuss implications and further questions related to democratic education in the first phase of teacher training at Bielefeld University and beyond.</p> Eleni Louloudi Lotta König Peter Schildhauer Copyright (c) 2021 Eleni Louloudi, Lotta König, Peter Schildhauer https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-04-26 2021-04-26 3 1 23 38 10.11576/pflb-4357 Die Berücksichtigung sprachlicher Vielfalt in Schule und Unterricht https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4356 <p>Ausgehend von einer sprachtheoretischen Fundierung von sprachlicher Vielfalt werden erste Argumente für deren Berücksichtigung im Fachunterricht abgeleitet. Diesen Argumenten wird mit erziehungs- bzw. bildungsphilosophischen Überlegungen von Dewey zur sozial gesteuerten Aneignung des konventionalisierten Gebrauchs von nichtsprachlichen und sprachlichen Artefakten und der Vergemeinschaftung der daraus hervorgehenden Erfahrungen in der Schule nachgegangen. Es wird aufgezeigt, dass die Berücksichtigung sprachlicher Vielfalt im Fachunterricht eine wesentliche Funktion bei der Entstehung einer gemeinsam geteilten Erfahrung als Grundlage für Demokratisierung hat. Diesem funktionalen Argument für die Berücksichtigung von sprachlicher Vielfalt in der Schule wird anschließend das normative Argument zur Seite gestellt, dass die mehrsprachigen Fähigkeiten der Schüler*innen nicht nur als deren Ressourcen, sondern auch als wesentliche Aspekte ihrer personalen Identität betrachtet werden müssen. In der Schule findet Demokratiebildung statt, wenn sich Menschen begegnen, Erfahrungen kommunizieren und zusammen lernen, die sich wechselseitig als Personen anerkennen. Insofern kann die Berücksichtigung sprachlicher Vielfalt in der Schule als demokratische Symbolisierung für die Gesellschaft fungieren. Für die Umsetzung der im Beitrag umrissenen funktional und normativ begründeten Berücksichtigung sprachlicher Vielfalt in Unterricht und Schule müssen angehen­de Lehrkräfte sensibilisiert werden. Lerngelegenheiten aus einer Lehrveranstaltung im Modul Deutsch als Zweitsprache an der Universität Bielefeld, die das Potenzial haben, dies im Sinne einer Demokratiebildung zu leisten, werden exemplarisch skizziert.</p> Udo Ohm Copyright (c) 2021 Udo Ohm https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-04-26 2021-04-26 3 1 8 22 10.11576/pflb-4356 Der Sinn der Demokratie https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4355 <p>Demokratiebildung kann gerade in Zeiten von Demokratieskepsis und Politikverachtung nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Die Frage nach der Legitimität von Demokratiebildung hängt eng mit der Frage nach ihrem Gegenstand zusammen. Der Artikel gibt Antworten auf beide Fragen im Zusammenhang: Demokratie legitimiert sich durch den exzeptionellen Charakter der Demokratie, der auch im Zentrum der Demokratiebildung stehen sollte, ebenso wie die der Demokratie inhärenten Spannungen und ihr Entwicklungspotenzial.</p> Roland Kipke Copyright (c) 2021 Roland Kipke https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-04-26 2021-04-26 3 1 1 7 10.11576/pflb-4355 Zusammenhänge erkennen, konzeptuelles Denken entwickeln https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4351 <p>Besonders im Sachunterricht ist es aufgrund seiner diversen Bezugsdisziplinen herausfordernd, eine Basis für Anschlussfähigkeit zur nächsten Bildungsstufe zu schaffen. Die Schwierigkeit liegt vordringlich darin, gleichsam das Wesen des Sachunterrichts, mit seinem Anspruch der ganzheitlichen Welterschließung, und die fachlich orientierten Anforderungen der Sekundarstufe zu berücksichtigen. Das Verbindende dieser beiden Ansätze sind zentrale Konzepte diverser Inhalte aus den Bezugsdisziplinen. Die Fähigkeit, Inhalte auf diese Weise zu vernetzen, ist jedoch anspruchsvoll und muss erlernt werden. Dazu fehlt es an Theorien mit Vorschlägen zu konkreten Handlungsideen. Dieser Artikel skizziert ein Lehr-Lern-Modell für den Sachunterricht, das diese Problematik aufgreift und zu lösen sucht. Es zeigt einen theoretischen Ansatz zum verstehensorientierten und konzeptbezogenen Lernen, verknüpft mit fachdidaktischen Tools zur unterrichtlichen Planung, Gestaltung und Umsetzung kompetenzorientierten Sachunterrichts. Ausgehend von der Entwicklung des Lehr-Lern-Modells werden theoretische Hintergründe erläutert, bevor das Modell selbst und seine Einbeziehung in die Unterrichtspraxis vorgestellt werden.</p> Eva Freytag Peter Holl Bernhard Schmölzer Christiana Glettler Stefan Jarau Nora Luschin-Ebengreuth Almut Thomas Klemens Karner Copyright (c) 2021 Eva Freytag, Peter Holl, Bernhard Schmölzer, Christiana Glettler, Stefan Jarau, Nora Luschin-Ebengreuth, Almut Thomas, Klemens Karner https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-05-07 2021-05-07 3 1 34 53 10.11576/pflb-4351 Was machen Mentor*innen im Vorbereitungsdienst? https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4350 <p>Die zweite Phase der Lehrer*innenbildung in Deutschland wird von zwei Gruppen von Lehrerbildner*innen gestaltet: zum von den formal bestellten Ausbildungskräften oder Fachleiter*innen am Studienseminar, zum anderen von den eher informell wirkenden Mentor*innen am Lernort Schule. Während in der Forschung zu Praxissemestern und Schulpraktischen Studien mittlerweile immer mehr Erkenntnisse dazu vorliegen, wie diese strukturtheoretisch gestaltet werden oder kompetenztheoretisch optimiert werden können, gibt es zur Mentoringpraxis im Vorbereitungsdienst bislang kaum empirische Befunde. Der Beitrag stellt den aktuellen Forschungsstand zu Mentor*innen in beiden Phasen der deutschen Lehrer*innenbildung sowie international einschlägige Erkenntnisse vor. Im Anschluss dient die Rekonstruktion zweier kontrastiver Fallbeispiele mittels der Dokumentarischen Methode dazu, Einblicke in die biographisch und normorientiert vermittelte Mentoringpraxis zu liefern. In der Zusammenschau mit der einschlägigen Forschung ergibt sich die Notwendigkeit, auch die Professionalität und Professionalisierung von Mentor*innen, ihre individuellen Überzeugungen und Rollenförmigkeiten innerhalb institutionalisierter Strukturen zu reflektieren.</p> David Gerlach Copyright (c) 2021 David Gerlach https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-05-07 2021-05-07 3 1 19 33 10.11576/pflb-4350 Ist das schon Praxisforschung? https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4349 <p>In diesem Beitrag wird die Forschung, die die Autorinnen zur Frage des Vorhandenseins von Reflexion in Studienprojekten im Praxissemester durchgeführt haben, unter der Frage betrachtet, ob sie den Kriterien von Praxisforschung genügt. Als besonders wichtige Kriterien von Praxisforschung, die über die Kriterien für gute wissenschaftliche Forschung hinausgehen, werden u.a. der in einem Praxisproblem liegende Anlass für die Forschung sowie die Nutzung der Ergebnisse für die eigene Lehrpraxis angesehen. Es zeigt sich, dass die gewonnenen Ergebnisse aus der Forschung für die Weiterentwicklung der Lehre genutzt werden können, eine Anlage als Praxisforschung jedoch ein noch größeres Potenzial für die Weiterentwicklung der Hochschullehre gehabt hätte.</p> Gabriele Klewin Birgit Holler-Nowitzki Barbara Koch Copyright (c) 2021 Gabriele Klewin, Birgit Holler-Nowitzki, Barbara Koch https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-05-07 2021-05-07 3 1 1 18 10.11576/pflb-4349 Anerkennung in pädagogischen Beziehungen – eine realisierbare und wissenschaftlich begründete Forderung? https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4197 <p>Entwicklungs-, Bildungs- und Sozialisationsprozesse von Heranwachsenden vollziehen sich in pädagogischen Beziehungen. Neben den Beziehungen zu Eltern, weiteren Familienmitgliedern und Peers stellen Beziehungen zu pädagogischen Fachkräften und Lehrkräften wesentliche Gegebenheiten des Aufwachsens in modernen Gesellschaften dar (vgl. Prengel &amp; Winklhofer, 2014, S. 5f.). Dabei ist es sowohl für ihre gegenwärtigen Erfahrungen während der Kindheit als auch für ihre zukünftige Entwicklung bedeutsam, ob sie Pädagog*innen begegnen, die sie anerkennen und ermutigen oder demütigen und verletzen (vgl. Ostermann &amp; Prengel, 2019). Im vorliegenden Beitrag erfolgt ein Einblick in eine empirische Studie über die Qualität der Interaktionen von Lehrkräften mit Kindern, um herauszuarbeiten, auf welche Art und Weise und wie Lehrende die ihnen anvertrauten Kinder in beobachteten Betreuungsphasen anerkennen und verletzen.</p> Britta Ostermann Copyright (c) 2021 Britta Ostermann https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-03-09 2021-03-09 3 1 80 91 10.11576/pflb-4197 Anerkennung und habituelle (Un-)Passung auf der Ebene der Schüler*innen-Lehrer*innenbeziehung https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4196 <p>Verhältnisse der Passung und Unpassung in schulischen Kontexten werden bisher insbesondere im „Schulkulturansatz“ (Böhme, Hummrich &amp; Kramer, 2015, S. 12) in ihrer Anerkennungsbedeutsamkeit betrachtet. Im Fokus stehen dabei vornehmlich Passungsverhältnisse zwischen den Anerkennungsordnungen von Schule bzw. der jeweiligen Schulkultur und den habituellen Prägungen von Schüler*innen. Verhältnisse der habituellen Passung und Unpassung auf der Interaktionsebene zwischen Lehrpersonen und Schüler*innen und damit verbundene anerkennungsrelevante Konsequenzen bilden ein Forschungsdesiderat. Mit den Rekonstruktionen in diesem Artikel wird dieses Desiderat bearbeitet. Ausgehend von Ausschnitten aus Protokollen von bildungsbiographischen Interviews mit (ehemaligen) Schüler*innen werden erzählte Unterrichtssituationen und damit verbundene Erfahrungen der Anerkennung und Nicht-Anerkennung aus Schüler*innensicht in den Blick genommen. Mit der Methode der objektiven Hermeneutik werden habituelle Passungen und Unpassungen zwischen Lehrperson und Schüler*in im Kontext der erzählten Situationen rekonstruiert. Dabei wird gezeigt, inwiefern diese habituellen (Un-)Passungen mit Anerkennungserfahrungen auf Schüler*innenseite verbunden sind und welche bildungsrelevanten Konsequenzen das Zusammenspiel hat. Die Ergebnisse werden nicht nur in ein Verhältnis zur Ebene der Schulkultur gesetzt, sondern auch in ihrer Bildungsgerechtigkeitsrelevanz beleuchtet.</p> Kathrin te Poel Copyright (c) 2021 Kathrin te Poel https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-03-09 2021-03-09 3 1 63 79 10.11576/pflb-4196 Adressierung und Readressierung in der schulischen Praxis https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4195 <p>Im Artikel werden Überlegungen fortgeführt, die im Rahmen eines Dissertationsprojekts zu Partizipationsprozessen von Schüler*innen in der gymnasialen Oberstufe angestellt wurden. Auf der Basis des praktikentheoretischen Ansatzes der „Anerkennung als …“ werden aus den im Projekt entstandenen Interviews mit Schülervertreter*innen und SV-Lehrkräften Beispiele für Prozesse der Adressierung und Readressierung herausgearbeitet. Diese verweisen auf die Komplexität von Anerkennungsprozessen im schulischen Kontext, aber auch auf ihren Erkenntnisgehalt für das Verständnis kommunikativen Handelns in diesem Rahmen sowie von dessen Effekten auf die Subjektbildung, sowohl von Schüler*innen als auch von Lehrkräften. Zudem werfen sie ein Schlaglicht auf den Bedarf nach einer reflektierten Aufarbeitung von negativen Subjektivierungserfahrungen bei Lehrer*innen und damit auch auf die Professionalisierungsbedarfe von Lehrkräften. Eine reflexive Haltung zu den reziproken Prozessen der Anerkennung könnte die Grundlage dafür sein, im Bewusstsein des eigenen Bedürfnisses nach Anerkennung einen professionellen Umgang auch mit Ablehnung und Abwertung herausbilden. Hierzu müssten neue, auf die Ermöglichung von Reflexivität ausgerichtete Forschungs- und Professionalisierungsformate entwickelt werden.</p> Wiebke Fiedler-Ebke Copyright (c) 2021 Wiebke Fiedler-Ebke https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-03-09 2021-03-09 3 1 48 62 10.11576/pflb-4195 Anerkennung https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4194 <p>Der Beitrag verfolgt die These, dass sich Anerkennung bei der Thematisierung ethnischer Differenz in Schulen der Migrationsgesellschaft als doppelte Ambivalenz zeigt: Sie spannt sich einerseits im Verhältnis von Anerkennung und Missachtung auf; andererseits ist für Anerkennung auch Verkennen konstitutiv. Das Konzept von Anerkennung und Missachtung geht auf Honneth zurück und differenziert unterschiedliche Beziehungsdimensionen von Anerkennung (emotional, moralisch, individuell) aus. Den positiven Anerkennungsformen, die sich darin ausbilden, stehen jeweilige Missachtungsformen entgegen. Das Konzept von Anerkennung und Verkennen ruft die Machtdimension von Anerkennung auf den Plan. Um anerkannt zu werden – so die These –, muss sich die Person anerkennungsfähigen Kategorien unterwerfen, die sie im Alltagshandeln verkennt. Beide Positionen werden am Beispiel der Einführung von „Ghettos“ in Dänemark und der Studie zu „Institutioneller Diskriminierung“ von Gomolla und Radtke diskutiert. Vor diesem Hintergrund werden dann zwei Fallbeispiele aus dem vergleichenden DFG-Projekt EDUSPACE analysiert, an denen die Anerkennungs-Missachtungs-Verkennensstrukturen nachvollzogen werden können. Der erste Fall stammt aus einer deutschen Gemeinschaftsschule und thematisiert im Rahmen einer Klassenleiterstunde die Gefahr islamophober Diskriminierung im Sinne einer Abwehr möglicher Übergriffe und unter der Perspektive der Anpassung an dominanzgesellschaftliche Körperbilder. Der zweite Fall thematisiert Ungleichbehandlung von Schüler*innen, die der Gruppe der „African Americans“ zugerechnet werden im Verhältnis zu den als „White“ positionierten Mädchen. Eine theoretisierende Diskussion der Anerkennungsbeziehungen verweist auf die Grenzen von Anerkennbarkeit in schulischen Rahmungen, aber auch auf die Möglichkeiten, Grenzen zu hinterfragen.</p> Merle Hummrich Copyright (c) 2021 Merle Hummrich https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-03-09 2021-03-09 3 1 34 47 10.11576/pflb-4194 Empirische Annäherungen zu Anerkennung und pädagogischer Beziehung im Biologieunterricht https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4193 <p>Im vorliegenden Beitrag werden vier Studien aus dem Biologieunterricht der Sekundarstufe I vorgestellt. Zwei bieten Ansatzpunkte zu Anerkennungspraktiken, zwei zur Qualität der Beziehung zwischen Lernenden und Lehrpersonen. Alle Studien beziehen sich auf die Selbstbestimmungstheorie der Motivation. In den ersten beiden Studien werden Qualitäten der Lerner*innenmotivation bei unterschiedlichen Strukturbedingungen einer Mitmachausstellung mit und ohne explizite Berücksichtigung der Lerner*innenautonomie untersucht. In den folgenden beiden Studien werden Auswirkungen der gemeinsamen Versorgungen eines Klassentiers auf die Beziehungsqualität der Schüler*innen zu ihren Lehrer*innen betrachtet.</p> Matthias Wilde Copyright (c) 2021 Matthias Wilde https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-03-09 2021-03-09 3 1 18 33 10.11576/pflb-4193 Die Systematik der Anerkennung https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4192 <p>Das Konzept der Anerkennung findet seit einigen Jahren verstärkt Zugang in der bildungswissenschaftlichen Forschung und Theoriediskussion. Der vorliegende Beitrag möchte zu dieser Debatte analytische Systematisierungen liefern, die auf Arbeiten der finnischen Philosophen Heikki Ikäheimo und Arto Laitinen zurückgehen.</p> Franziska Felder Copyright (c) 2021 Franziska Felder https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-03-09 2021-03-09 3 1 7 17 10.11576/pflb-4192 Pädagogische Beziehungen und Anerkennung – Perspektiven aus den Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4191 <p>Dieser Beitrag führt in das Themenheft „Pädagogische Beziehungen und Anerkennung – Perspektiven aus den Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften“ ein, das die Bielefelder Frühjahrstagung 2020 dokumentiert. Neben einer Einführung in die Thematik werden die Beiträge des Themenheftes vorgestellt.</p> Saskia Bender Carolin Dempki Miriam Lüken Matthias Wilde Copyright (c) 2021 Saskia Bender, Carolin Dempki, Miriam Lüken, Matthias Wilde https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-03-09 2021-03-09 3 1 1 6 10.11576/pflb-4191 Impulse zum Zusammenspiel von Praxis, Forschung, Praxisforschung, Bildung und Lehrer*innenbildung https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4044 <p>Leitendes Prinzip des Open-Access-Journals <em>PraxisForschungLehrer*innenBildung</em> (PFLB) ist die Orientierung an einer Forschungs- und Entwicklungslogik (FuE-Logik) und vermittelt hierüber die Praxisnähe bzw. der grundlegende Praxisbezug der in dieser Zeitschrift für Schul- und Professionsentwicklung dokumentierten Forschung. Das Spektrum reicht dabei – wie im Editorial zur ersten regulären Ausgabe des Journals angekündigt – von klassischer partizipativer Praxisforschung zu Schule und Unterricht bis hin zu lokal relevanter Evaluationsforschung aus anwendungsorientierter Perspektive. Im hiermit vorliegenden Editorial zur zweiten Ausgabe der Zeitschrift erläutern die Herausgeber*innen erneut entlang des Titels der Zeitschrift, wie in den ersten beiden Jahren nach der Entstehung des Journals dessen Intentionen und Grundgedanken realisiert werden konnten.</p> Martin Heinrich Gabriele Klewin Lilian Streblow Copyright (c) 2020 Martin Heinrich, Gabriele Klewin, Lilian Streblow https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2020-12-23 2020-12-23 3 1 V XIV 10.4119/pflb-4044 Schulische Bildung in Zeiten der Pandemie https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/4003 <p>Praxis, Forschung und Lehrer*innen-Bildung waren und sind durch die Corona-Pandemie mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert, die so unmittelbarer Bearbeitung bedürfen, dass momentan ein breites Nebeneinander von Befunden, Konzepten und Erfahrungen zum Lehren und Lernen im Ausnahmezustand existiert. Die vorliegende Einführung des PFLB-Themenheftes zu „schulischer Bildung in Zeiten der Pandemie“ leistet daher zunächst einen Überblick über aktuelle Corona-bedingte Entwicklungen im Bildungsbereich und arbeitet daraufhin die Bedeutung der Querschnittsthemen Digitalisierung und Didaktik für die Pandemiesituation heraus. Im Anschluss werden die einzelnen Beiträge des Heftes in Kürze vorgestellt, die in ihrer Summe eine sehr breite Sammlung von qualitativ und quantitativ ausgerichteten empirischen Studien, rekonstruktiven Analysen, theoriegeleiteten Erörterungen und praxisnahen Erfahrungsberichten darstellen. Dabei stehen die Themen Schul- und Unterrichtsorganisation, Bildungsgerechtigkeit und Lehrpraxis im Zentrum der hier versammelten Arbeiten. Der Text schließt mit einem Ausblick auf entsprechende Konsequenzen für die Lehrkräftebildung und -fortbildung und betont die Notwendigkeit phasenübergreifender Ansätze zur Verzahnung von Medien- und Fachkompetenzen, um Lernende individuell und umfassend zu fördern und Systeme und Prozesse des Lehrens und Lernens – besonders in Zeiten kollektiver Unsicherheit – auf Bildungsgerechtigkeit und -teilhabe auszurichten.</p> Julia Frohn Martin Heinrich Copyright (c) 2020 Julia Frohn, Martin Heinrich https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2020-12-10 2020-12-10 3 1 1 13 10.4119/pflb-4003 Statistical Literacy & Data Literacy – Grundbildung im Umgang mit empirischen Daten https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/3995 <p>Bereits in der Schule ist es notwendig, ein Verständnis von wissenschaftlichen Forschungsprozessen und dem Zustandekommen der daraus resultierenden Befunde, Schlüsse und Darstellungen zu fördern, um Schüler*innen so auf einen kompetenten Umgang mit Informationen im Alltag vorzubereiten. In diesem Beitrag wird ein Ansatz vorgestellt, wie diese Förderung im Rahmen eines Naturwissenschaftskurses für die Eingangsphase der Oberstufe erfolgen kann.</p> Cornelia Stiller Tobias Allmers Andreas Stockey Matthias Wilde Copyright (c) 2020 Cornelia Stiller, Tobias Allmers, Andreas Stockey, Matthias Wilde https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2020-12-10 2020-12-10 3 1 144 160 10.4119/pflb-3995 Das Konzept des fächerübergreifenden „Basiskurs Naturwissenschaften“ und seine didaktisch-methodischen Prinzipien https://www.pflb-journal.de/index.php/pflb/article/view/3994 <p class="Abstract">Im Sinne einer naturwissenschaftlichen Grundbildung (Scientific Literacy) sollen Schüler*innen Kompetenzen vermittelt werden, durch die diese naturwissenschaftliches Wissen nicht nur abrufen, sondern auch anwenden können. In diesem Beitrag wird ein stark experimentell ausgerichteter Naturwissenschaftskurs mit sukzessiv steigender Selbstständigkeit für die Eingangsphase der Oberstufe vorgestellt, der das Ziel verfolgt, bei Schüler*innen Scientific Literacy anzubahnen.</p> Andreas Stockey Cornelia Stiller Stefan Hahn Matthias Wilde Copyright (c) 2020 Andreas Stockey, Cornelia Stiller, Stefan Hahn, Matthias Wilde https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2020-12-10 2020-12-10 3 1 126 143 10.4119/pflb-3994