Helfen subjektive Vorerfahrungen mit Mobbing angehenden Lehrkräften beim Erkennen und bei der Handlungskompetenz in Mobbingsituationen?

Autor/innen

  • Christoph Paulus Universität des Saarlandes, Saarbrücken

DOI:

https://doi.org/10.11576/pflb-5676

Schlagworte:

Bullying, Mobbing, Gewaltprävention, Opferschutz, Lehrerausbildung, Lehrerrolle, Handlungskompetenz

Abstract

Diese Studie untersucht die Frage, welche Einflüsse Vorerfahrungen von Lehramtsstudierenden mit Mobbing auf das Erkennen von bzw. mögliche Handlungsoptionen bei Mobbing haben. An der Untersuchung nahmen insgesamt 83 Lehramtsstudierende der allgemeinbildenden Schulen an der Universität des Saarlandes teil. 76 Prozent der befragten Studierenden hatten in ihrer Schulzeit bereits Erfahrung mit Mobbingsituationen gemacht, wobei Studentinnen überwiegend verbales Mobbing in der Opferrolle und männliche Studierende dies eher in der unbeteiligten Zuschauer-Rolle (bystander) erlebt haben. Relationales Mobbing, wurde von etwa der Hälfte der Teilnehmenden der Studie als bystander erlebt. Vor allem die männlichen Studierenden unterschätzen die Ernsthaftigkeit von verbalem und relationalem Mobbing deutlich. Frühere Mobbingopfer nahmen die verschiedenen Mobbingsituationen ernster als Personen, die noch nie Mobbing erlebt hatten, und zeigten auch tendenziell größeren Ärger über das Mobbingverhalten bzw. stärkeres Mitgefühl für die Opfer. Sie würden aber seltener intervenieren als andere. Ein möglicher Grund dafür könnte die fehlende Interventionskompetenz sein. Wir empfehlen deshalb, bei der Behandlung des Themas Mobbing in der Schule auf die Vorerfahrungen der Studierenden zurückzugreifen, vor allem um die Ernsthaftigkeit von relationalem und verbalem Mobbing zu betonen und durch die Einbindung der positiven Erfahrungen früherer Helfer*innen zudem die Interventionskompetenz in allen Mobbingformen zu stärken.

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Veröffentlicht

2022-07-14