Gesundheit und Arbeitszufriedenheit von Lehrer*innen? Eine Argumentationsmusteranalyse über Zufriedenheit und Wohlbefinden im Arbeitsleben von Lehrer*innen

Autor/innen

  • Agnes Schneider Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld

DOI:

https://doi.org/10.4119/pflb-3952

Schlagworte:

Arbeitszufriedenheit, Salutogenese, Berufsprofil, Anforderungsprofil, Belastungssituationen, Argumentationsmuster

Abstract

Die vorgestellte Studie fokussiert auf Situationen und Bedingungen für Arbeitszufriedenheit im Lehrer*innenberuf. Theoretische Grundlage bildet das salutogenetische Modell von Antonovsky mit der zentralen Kategorie des Kohärenzgefühls. Damit ist das subjektive Gefühl von Stimmigkeit gemeint, d.h. das Gefühl eines befriedigenden, sinnstiftenden Arbeitsalltags. Im Rahmen eines Praxisforschungsprojektes wurden vier narrative Interviews mit Lehrpersonen geführt, die objektiv-hermeneutisch ausgewertet wurden. Als Ergebnis zeigen sich vier kontrastierende Argumentationsmuster, die latente Sinnstrukturen und komplexe Zusammenhänge von subjektiven Interpretationen bezüglich des Arbeitsauftrages, der Zielsetzung und der damit verknüpften Bewertung von Erfolgen und Misserfolgen offenlegen. Erkennbar werden verschiedene Bewertungs- und Verarbeitungsprozesse des Handelns von Lehrpersonen. Komplexe Ambivalenzen im beruflichen Alltagshandeln zwischen der eigenen Verausgabungsbereitschaft, Belastungs- und Überforderungssituationen und notwendigen Distanzierungsfähigkeiten werden deutlich. Diskutiert werden die Befunde vor dem Hintergrund, dass es kein verbindliches Berufs- und Anforderungsprofil für den Lehrer*innenberuf und das Handeln von Lehrpersonen zu geben scheint. Dieser weite Handlungsspielraum führt bei Lehrer*innen zu unterschiedlichen Interpretationen der eigenen Berufsrolle, des Arbeitsauftrages und der Wahrnehmung der an sie gestellten Anforderungen und Erwartungen.

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Veröffentlicht

2020-11-17