Leistungszuschreibungen von Lehramtsstudierenden und Lehrkräften im Vorbereitungsdienst im Vergleich
DOI:
https://doi.org/10.11576/pflb-8254Schlagworte:
inklusionsorientierte Lehrkräftebildung, Differenzpraktik, Leistungszuschreibung, Erfahrungswissen, dokumentarische MethodeAbstract
Im Zuge der Etablierung eines inklusiven Schulsystems ist es Aufgabe der Lehrkräftebildung, Lehramtsstudierende und Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst auf die Anforderungen des Unterrichtens einer heterogenen Schüler*innenschaft vorzubereiten und bei der Realisierung schulischer Inklusion zu begleiten. Anforderungen an schulische Akteur*innen im Kontext inklusiven Unterrichts können mitunter sehr komplex sein und gehen zumeist mit gesellschaftlichen sowie organisationsinternen normativen Erwartungen an das Lehrkräftehandeln einher. Wesentlich für die Umsetzung von Inklusion im Unterricht ist beispielsweise ein reflektierter und diversitätsbewusster Umgang mit Differenz, da Lehrkräfte durch ihr eigenes Handeln in Schule und Unterricht soziale Differenzzuschreibungen (re-)produzieren, die auch in außerschulische Handlungsfelder weitergetragen werden. Differenz wird dabei oftmals als stabiles, personenbezogenes Merkmal der Schüler*innen konstruiert und ist eng verbunden mit einer Diskriminierung der Betroffenen. Darauf reagierend sollte die inklusionsorientierte Lehrkräftebildung bestehende Ausbildungsstrukturen und -inhalte entsprechend reflektieren und adaptieren. Der vorliegende Beitrag setzt hier an und zeigt am Beispiel von Leistungszuschreibungen unter Rückgriff auf zwei Studien der inklusionsorientierten Lehrkräftebildung auf, über welches konjunktive Erfahrungswissen Lehramtsstudierende (Viermann, 2022) und Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (Henkel, 2023) hinsichtlich schulischer Inklusion verfügen. Dazu werden insbesondere Leistungszuschreibungen sowie damit verbundene Differenzpraktiken der benannten Akteur*innengruppen unter Anwendung der Dokumentarischen Methode rekonstruiert. Die beiden vorgestellten Forschungsprojekte nehmen jeweils das Lehramt an Gymnasien und das Lehramt für Sonderpädagogik in den Blick. Abschließend werden auf den gewonnenen Erkenntnissen aufbauend Schlussfolgerungen für die Gestaltung der inklusionsorientierten Lehrkräftebildung abgeleitet.
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