Theorie-Praxis-Beziehungen in der Dualen Promotion
Zur Forschungsprogrammatik des strukturierten Promotionsprogramms „Die Duale Promotion in der Lehrkräftebildung: Wissenschaft macht Schule“ der Universität Bremen
DOI:
https://doi.org/10.11576/pflb-8023Schlagworte:
Promotion, Boundary Crossing, Boundary Object, Design Experiment, Theorie-Praxis-Beziehung, ReferendariatAbstract
Forschung für das Design von Unterrichtspraxis sollte die Komplexität von Unterrichtspraxis sowie die Unwägbarkeiten in der Steuerung ihrer Lehr-Lernprozesse als Rahmenbedingungen aufgreifen. Das strukturierte Promotionsprogramm „Die Duale Promotion in der Lehrkräftebildung: Wissenschaft macht Schule“ der Universität Bremen trägt diesem Anspruch in zweierlei Hinsicht Rechnung: Zum einen unterstützt es die teilnehmenden Doktorand*innen in der Entwicklung von Fähigkeiten, Forschungs- und Unterrichtspraxis miteinander zu verbinden. Dies geschieht durch die Erlangung einer Doppelqualifikation, die aus dem Zweiten Staatsexamen und einer fachdidaktischen Promotion besteht. Zum anderen arbeiten die Doktorand*innen im Programm an Forschungsprojekten, die einen Beitrag zur fachdidaktischen Entwicklungsforschung für die Unterrichtspraxis leisten. Die Verbindung von Theorie und Praxis wird durch Überschreitungen der Grenze (Boundary Crossing) zwischen den disparaten sozialen Praktiken der beteiligten Institutionen – Schule und Universität – realisiert, und genau dadurch werden Fähigkeiten, Theorie und Praxis verknüpfen zu können, erlernt. Dieser Lernprozess wird wissenschaftlich durch den methodologischen Rahmen des Design-Based Research (DBR) gefördert, indem die Doktorand*innen eine praxisrelevante Unterrichtssequenz iterativ und forschungsbasiert entwerfen, praktisch erproben und diese Erprobung beforschen. Ein Begleitprogramm unterstützt die zwei zentralen, Theorie und Praxis verbindenden Komponenten – nämlich die Doppelqualifikation und die fachdidaktische Entwicklungsforschung; eine Programmorganisation, die Personen aus Theorie und Praxis, d.h. aus Wissenschaft und Schulpraxis, in der Steuerungsgruppe zusammenbringt, begleitet und steuert den Prozess. Im Ergebnis verzahnt das Promotionsprogramm drei unterschiedliche Theorie-Praxis-Beziehungen: eine individuelle – die Dual Promovierenden betreffend –, eine wissenschaftliche – die Forschungsprodukte betreffend – und eine organisatorische – in Form der Steuerungsgruppe.
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